"Ibiza" ist das österreichische Wort des Jahres 2019. Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lieferte mit "b'soffene G'schicht" das Unwort sowie mit "zack, zack, zack" den Unspruch des Jahres. Zum heurigen Jugendwort wurde "brexiten" gewählt. Der Spruch des Jahres stammt vom Bundespräsidenten. "Nur Mut und etwas Zuversicht, wir kriegen das schon hin", appellierte Alexander Van der Bellen im Mai.

Das österreichische Wort des Jahres feiert heuer sein 20-jähriges Jubiläum. 1999 wurde es erstmals bestimmt. "Sondierungsgespräche" wurde damals gekürt - für die damals "bisher nicht übliche Vorverhandlungen bei der Regierungsbildung nach einer Nationalratswahl". Die Suche wird jährlich von der Gesellschaft für Österreichisches Deutsch (GSÖD) in Kooperation mit der APA und einer elfköpfigen Jury durchgeführt. Seit 2000 gibt es eine zweistufige Publikumswahl.

An der heurigen Wahl nahmen mehr als 7.500 Personen teil. "Ibiza" landete mit knapp 2.000 Stimmen auf Platz eins. Angesichts der politischen Ereignisse, die durch das Ibiza-Video ausgelöst wurden, ist es "ein überaus treffendes Wort des Jahres, wobei ein geografischer Name durch politische Vorkommnisse eine spezifische Bedeutung für das öffentliche Leben Österreichs bekommen hat", begründete die Jury. Zweiter wurde "Teigtascherlrazzia". Eine solche hat die Wiener Polizei schon mehrfach durchgeführt und in Privatwohnungen illegale Teigtascherl-Fabriken ausgehoben.

Unwort ist "b'soffene G'schicht"

Als "b'soffene G'schicht" titulierte Strache nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos die dort gefilmten Vorkommnisse auf der spanischen Finca. "Es handelt sich dabei um eine typisch österreichische Verharmlosung", so das Urteil der Jury. Damit würden in besagtem Clip Aussagen zu "Parteispenden und potenziell gesetzeswidrigen Deals heruntergespielt werden". Knapp 2.500 Personen stimmten dafür. Auf dem zweiten Platz landete weit abgeschlagen mit knapp 1.000 Stimmen "Einzelfälle". Mit diesem "verhüllenden Euphemismus werden die regelmäßig auftretenden Fälle von äußerst fragwürdigen und teilweise rechtsextremen Aussagen diverser FPÖ-Angehöriger und -Sympathisanten bezeichnet und von diesen zur Bagatellisierung verwendet", so die Jury.

"Brexiten", also zu sagen, dass man geht, während man dann eben doch nicht geht - analog zum "Brexit" - wurde zum Jugendwort des Jahres gekürt. Zweiter wurde "Ehrenmann/-frau", Ausdruck einer höchsten Anerkennung für jemanden, der etwas besonderes für jemanden tut.