Und jährlich grüßt das Murmeltier: Die Vereinigung GWUP (Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) hat einmal mehr das "Goldene Brett vorm Kopf" verliehen. Der Satirepreis für den "größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres" geht heuer an den deutschen Arzneimittelhersteller Hevert für sein juristisches Vorgehen gegen Homöopathie-Gegner, wie es seitens der GWUP heißt.

Wenig überraschend sei noch, dass eine Firma, die homöopathische Präparate herstellt, von deren Wirksamkeit überzeugt ist, heißt es in der Begründung. Allerdings fordere das Unternehmen von Homöopathie-Kritikern juristisch Unterlassungserklärungen ein, wonach sie Aussagen wie "nicht über den Placeboeffekt hinaus wirksam" nicht mehr tätigen sollen.

Diese Vorgehensweise berge eine ernste gesellschaftliche Gefahr, so die GWUP: "Sie macht den rationalen wissenschaftlichen Diskurs unmöglich. 'Homöopathie wirkt nicht über den Placeboeffekt hinaus' ist eine wissenschaftliche Aussage, die man nach allgemein anerkannten Methoden prüfen kann." Zu diesem Ergebnis seien qualitativ hochwertige Studien gekommen. "Das muss auch in der Öffentlichkeit so gesagt werden dürfen."

Preis für Lebenswerk an Grander

In der Vergangenheit oft erfolglos nominiert, sicherte sich die Firma Grander für die Verbreitung eines "magischen, vorwissenschaftlichen Weltbilds" heuer den Preis für ihr Lebenswerk. Beim "Granderwasser" handle es sich "wohl um eines der bekanntesten Produkte aus dem Bereich von Esoterik und Parawissenschaft", begründete die GWUP. Grander vertreibt etwa sogenannte "Wasserbelebungsgeräte" für die Wasserleitung daheim und setzt dabei auf das Prinzip der "Informationsübertragung" .

Nominiert waren auch der Verein "Original Play" für sein wissenschaftlich nicht anerkanntes "Spielkonzept", bei dem fremde Erwachsene mit Kindern rangeln, und der deutsche Lungenfacharzt Dieter Köhler, der Feinstaub und Stickoxide für wahrscheinlich harmlos erklärt hat. (apa)