Seit dem Jahreswechsel ist in Österreich der Verkauf von Einwegplastiksackerln verboten. Bereits im Frühling 2015 hatte das Europaparlament eine EU-Richtlinie angenommen, die den Verbrauch von Plastiksackerln mindern sollte. Österreich schloss in diesem Sinne 2016 unter dem damaligen Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) einen freiwilligen Pakt mit Unternehmen wie der Rewe-Group, Spar und Hofer sowie NGOs: Dieser sah etwa die Halbierung des Plastiksackerlverbrauchs auf 25 Stück pro Person bis 2019 im Vergleich zu 2014 vor. Auch Lidl Österreich verzichtet bereits komplett auf Einweg-Einkaufssackerl aus Kunststoff. Seit 2018 dürfen keine Gratis-Plastiksackerl mehr im Kassenbereich aufliegen.

Von der Halbierung ist man aber noch einiges entfernt. Denn wurden 2014 pro Person rund 63 Plastiksackerl abgegeben, waren es 2017 noch immer 49, so die Zahlen der Unternehmen. Die Vorgaben der EU-Richtlinie mit der Senkung des Maximalverbrauchs auf 90 Plastiksackerl pro Person bis 2019 wurden indes erfüllt. Die EU-Einwegplastik-Richtlinie wiederum beinhaltet unter anderem ab 2021 das Verbot von Produkten, für die es nachhaltigere Alternativen gibt: Wattestäbchen, Teller, Besteck, Trinkhalme, Luftballonstäbe. Plastikbecher und Lebensmittelverpackungen sollen spürbar reduziert werden. Außerdem ist vorgesehen, dass Hersteller einen Beitrag zu den Kosten für Sammlung und Verwertung leisten. Im Rahmen des Kreislaufwirtschaftspakets sollen Kunststoffe bis 2025 EU-weit zu 50 Prozent recycelt werden, bis 2030 sollen es dann 55 Prozent sein.

Mehr als 100 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren

Dem Plastik geht es an den Kragen. Die Entdeckung der 1960er und 1970er Jahre schlechthin hat ihren Glanz verloren. Damals goss man das Plastik in Lampen, orange Teller und giftgrünes Besteck. Selbst ganze Kästen, Tapeten und in schlechter Erinnerung gebliebene kratzende Hosen und Hemden wurden daraus hergestellt. Heute gehen Bilder von aus Plastik geformten Meeresküsten und Meldungen von Plastikmüll in den Mägen toter Fische um die Welt. 4 bis 13 Millionen Tonnen Verpackungsmüll aus Plastik gelangen laut der Umweltschutzorganisation WWF jährlich ins Meer. Weit mehr als 100 Millionen Tonnen Plastikmüll verschmutzen bereits die Weltmeere.

Durch Meersalz und UV-Licht können giftige Chemikalien aus dem Plastik im Meer freigesetzt werden. Das kann bei Meerestieren zu hormonellen Störungen führen und durch das Essen von Meeresfisch auch den Menschen betreffen. Kunststoffe aus Lebensmittelverpackungen wiederum können von den Lebensmitteln aufgenommen werden und so direkt in unsere Körper gelangen.