"Eine weitere Schlüsseltechnologie für nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen, an der aktuell intensiv geforscht wird, ist das sogenannte chemische Recycling", so Hofinger. Dabei werden Kunststoffabfälle, die nicht zum mechanischen Recycling geeignet sind, etwa weil sie verschmutzt sind, durch thermochemische Verfahren wieder in Rohstoffe umgewandelt.

Optimierung von Kunststoffverpackungen

Auch Mehrweggebinde, vor allem bei Getränkeflaschen, begrüßt Hofinger im Sinne der Abfallvermeidung - die Ökobilanzen müssten jedoch berücksichtigt werden. "Mehrweg darf nicht Selbstzweck sein, wenn andere Alternativen nachhaltiger sind." Eine Verpackungsart komplett zu ersetzen, sei weder ökologisch (in Ländern mit funktionierendem Abfallmanagement) noch ökonomisch sinnvoll, sagt Hofinger. Der beste Weg, Kunststoffabfälle zu reduzieren, liege im Auf- und Ausbau einer Kreislaufwirtschaft und in der Optimierung von Kunststoffverpackungen. Die Unternehmen der Kunststoffverpackungsbranche hätten in den vergangenen Jahren bereits das Gewicht von Verpackungen deutlich reduziert - etwa durch die Verringerung der Wandstärke oder verkürzte Verschlüsse. So seien Kunststoffverpackungen seit 1991 durchschnittlich um gut 25 Prozent leichter geworden.

Laut Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der WKO, ist es letztendlich immer der Kunde, der die Zukunft des Plastiks zum Großteil bestimmt. "Sobald es der Konsument nicht mehr kauft, wird es der Handel nicht mehr anbieten." Alles, was Mehrweg ist und zurückgenommen werden muss, koste allerdings Geld. "Mehrweg bedeutet mehr Transporte und mehr Lagerkapazität in den Geschäften, die man nicht hat", sagt Buchmüller. Dadurch "kann es schon sein, dass gewisse Produkte teurer werden". Und: Werden Kunststoffe zur Gänze aus der Palette der Lebensmittelverpackungen gestrichen, könnte das aufgrund der geringeren Haltbarkeit einen Schritt zurück bedeuten. "Die Konsumenten sind verwöhnt", meint Buchmüller. "Wenn sie um 19 Uhr in ein Geschäft gehen, wollen sie heutzutage eine gewisse Auswahl an den Produkten im Regal. Das ist dann vielleicht nicht mehr möglich. Mit diesem Gedanken müsste man sich wieder anfreunden."