Der Sturm hat seit Dienstagfrüh in Wien für zahlreiche Feuerwehreinsätze und einige Verkehrsbehinderungen gesorgt. An der Westeinfahrt bildete sich auf der Hadikgasse wegen einer Sperre aufgrund eines umgestürzten Baumes gegen 10.00 Uhr ein Stau, der am Vormittag bis zur U4-Station Meidling reichte. Da eine Oberleitung beschädigt wurde, gab es auch Einschränkungen beim Öffi-Verkehr.

Rund 50 laufende Einsätze gibt es seit den Morgenstunden, berichtete Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf auf Nachfrage der APA. Vor allem das Zentrum und der Westen der Stadt seien betroffen. Die Einsatzkräfte wurden wegen "typischer Sturmschäden" - umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, Baugerüste, die gesichert werden müssen, lose Dachziegeln und Ähnlichem - gerufen. "Wir sind in erhöhter Einsatzbereitschaft", sagte Schimpf. Derzeit seien rund 350 Feuerwehrleute im Einsatz.

Außerdem waren auf Grund des Sturms sowohl der Tiergarten Schönbrunn als auch der Schlosspark gesperrt. Zudem riegelten die Bundesgärten auch den Augarten, den Burggarten, den Volksgarten und das Grünareal beim Schloss Belvedere ab, bis die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Entwarnung gibt. Dann finden Begehungen in den betroffenen Arealen statt, im Zuge derer der Baumbestand kontrolliert wird. Ist alles okay, werden die Erholungsflächen wieder zugänglich gemacht.

Das Sturmtief Petra knickte Bäume um und führte allein in Niederösterreich zu mindestens 50 Feuerwehreinsätzen. - © APAweb / Fotokerschi, Feuerwehr Valentin
Das Sturmtief Petra knickte Bäume um und führte allein in Niederösterreich zu mindestens 50 Feuerwehreinsätzen. - © APAweb / Fotokerschi, Feuerwehr Valentin

Warnung vor Spaziergängen im Wienerwald

Auch der Lainzer Tiergarten im Westen Wiens wurde schließlich gegen Mittag wegen des Sturms gesperrt. Das berichtete Wiens Forstdirektor Andreas Januskovecz der APA. Die Schließung werde auch am morgigen Mittwoch noch aufrechterhalten, da es für diesen Tag ebenso Sturmwarnungen für den Raum Wien gebe.

Gegen Mittag befanden sich laut dem Forstdirektor noch Menschen in dem Naherholungsgebiet: "In der Früh war die Situation noch nicht so abschätzbar, deshalb waren die Tore zum Lainzer Tiergarten noch offen." Nun habe man sich aber zur Sperre entschlossen. Mitarbeiter der Forstdirektion würden das Areal abfahren und Besucher bitten, das Gelände zu verlassen.

Januskovecz warnte außerdem vor Spaziergängen im Wienerwald. Bei Sturmspitzen von über 100 km/h sei dies mitunter lebensgefährlich, da Äste herabfallen oder ganze Bäume umstürzen könnten.

Obwohl auch der Schlosspark in Schönbrunn betroffen ist, bleibt das Schloss selbst zugänglich, wie eine Sprecherin betonte. Die imperiale Sehenswürdigkeit kann also nach wie vor besucht werden.

Warnung in städtischen Grünanlagen, Eistraum gesperrt

Viele städtische Anlagen kann man nicht abschließen, allerdings befinden sich das ganze Jahr über Hinweistafeln vor den Eingängen, die vor Betreten bei Sturm warnen. Generell rät das Stadtgartenamt, sich derzeit nicht in der Nähe von Bäumen aufzuhalten. Das gelte etwa auch für den Prater oder Alleen. Nicht zuletzt aus den Erfahrungen vergangener Stürme geht das Stadtgartenamt auch diesmal von so gut wie keinen Schäden aus.

Schlittschuhläufer müssen indes tagsüber komplett auf das Eisvergnügen in der City verzichten. Denn aufgrund der angesagten Sturmwarnung bleibt der gesamte Platz bis voraussichtlich 18.00 Uhr gesperrt. 

11.000 Haushalte in OÖ ohne Strom, 1500 in Salzburg

Über dem Semmering im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet wurden Sturmspitzen von mehr als 150 Kilometer pro Stunde gemessen.In Niederösterreich waren am frühen Nachmittag rund 1000 Haushalte von Stromausfällen betroffen. 

Stärker waren die Sturmfolgen in Oberösterreich. Rund 11.000 Kunden der Netz Oberösterreich GmbH, Tochterunternehmen der Energie AG, sind Dienstagvormittag wegen des Sturms in Oberösterreich ohne Strom gewesen. Besonders betroffen waren Haushalte und Betriebe im Bezirk Schärding. Mit Spitzen von 110 km/h fegte der Sturm ab 6.30 Uhr über das Bundesland. Die Feuerwehr rückte zu 476 Einsätzen aus.

Aus Deutschland war der Sturm in der Früh ins Innviertel hereingezogen und breitete sich dann auf fast alle Bezirke in Oberösterreich aus. Nur der Süden des Bundeslandes sei bis zum Vormittag weitgehend verschont geblieben. 138 Wehren mit rund 2.000 Einsatzkräften wurden innerhalb von drei Stunden zu den 476 Einsätzen gerufen. In erster Linie waren Bäume auf Straßen, Stromleitungen, Häuser und vereinzelt auf Autos gestürzt. Verletzt wurde jedoch niemand. Ab dem späteren Vormittag bemerkte die Feuerwehr eine erste Entspannung der Situation. Der Sturm begann, Richtung Osten abzuziehen.

Nachdem es seit Montag in Oberösterreich teilweise auch extrem regnet, wurden wegen Hochwassers auch Straßen gesperrt. Zwei Autofahrer ignorierten bei Kematen am Innbach (Bezirk Grieskirchen) jedoch ein solche Sperre und blieben prompt in den Wassermassen stecken. Zum ersten Mal rückte daher am Montag um 13.00 Uhr die Feuerwehr aus, um Fahrzeug und Lenker aus dem Wasser zu retten. Um 16.00 Uhr wurde sie neuerlich dorthin gerufen.

In den frühen Morgenstunden sorgte das Sturmtief auch in Salzburg für Wirbel und hat vor allem im Flachgau Bäume entwurzelt oder geknickt. Im Flachgau und Tennengau kam es zu Stromausfällen, betroffen waren rund 1.500 Haushalte. Die Feuerwehr rückte bis kurz vor 10.00 Uhr zu insgesamt 65 Einsätzen aus.

Tief "Petra" fegte mit über 100 km/h über Vorarlberg hinweg

Das Sturmtief "Petra" ist am Dienstag in den frühen Morgenstunden mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h über Vorarlberg hinweggefegt. Die Feuerwehr rückte ab 3.00 Uhr zu bisher 29 Einsätzen aus, größere Schäden blieben aber aus. Verletzt wurde niemand. In den Bergen herrschte erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei, am Nachmittag wurde allerdings Stufe vier ("große Gefahr") erwartet.

Nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch wurde die Feuerwehr in erster Linie in den frühen Morgenstunden zu Einsätzen gerufen. Bis 7.00 Uhr wurden 27 Einsätze gezählt, anschließend vorerst zwei. Es habe sich um "typische Sturmeinsätze" - umgestürzte Bäume, Gebäudeschäden - gehandelt, sagte RFL-Einsatzleiter Adi Rohrer.

Nach ausgiebigen Niederschlägen in der Nacht - am Arlberg bis ins Kleinwalsertal gab es bis zu 50 Zentimeter Neuschnee - herrschte am Vormittag noch überwiegend erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei auf der fünfteiligen Skala. Mit den prognostizierten weiteren Schneefällen werde die Lawinengefahr am Nachmittag oberhalb von 1.800 Metern aber Stufe vier erreichen, so der Lawinenwarndienst. Experte Andreas Pecl mahnte zu äußerster Vorsicht: Da bereits durch geringe Zusatzbelastung eine Lawinenauslösung möglich war, erforderten Aktivitäten abseits gesicherter Pisten große Erfahrung in der Lawinenbeurteilung.

Feuerwehreinsätze in Niederösterreich

Ab den Morgenstunden hat der Sturm auch Feuerwehreinsätze in Niederösterreich ausgelöst. Franz Resperger vom Landeskommando berichtete am frühen Vormittag auf Anfrage von etwa 50 an der Zahl, insbesondere in den Bezirken Amstetten und Melk. Vorerst waren 52 Feuerwehren mit etwa 650 Einsatzkräften ausgerückt.

Auch im Waldviertel nahm die Stärke des Sturms zu. Resperger sprach diesbezüglich die Bezirke Gmünd und Zwettl an. (apa)