Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China bringt auch in Österreich diskriminierende Töne mit sich. So sind bei der Antidiskriminierungsstelle ZARA bis Donnerstag bereits mehr als ein Dutzend Meldungen eingegangen. Von rassistischen Anfeindungen betroffen waren auch Kinder, sagte eine ZARA-Sprecherin.

Asiatisch aussehende Personen werden ausschließlich aufgrund ihres Aussehens bzw. ihrer vermeintlichen Herkunft als potenziell ansteckend gesehen und daher undifferenziert ausgeschlossen oder angefeindet, teilte ZARA mit. In der Beratungsstelle gingen Meldungen von rassistischen und aggressiven Bemerkungen im öffentlichen Raum, in Schulen und auch in klassischen sowie Sozialen Medien ein.


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ZARA: Unterstützung bei rassistischen Übergriffen
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Besonders auffällig sei, dass sogar Kinder und Jugendliche in der Öffentlichkeit von fremden Erwachsenen beschimpft und angefeindet wurden. Das passierte etwa zwei Kindern auf dem Schulweg: Sie waren in einem Bus von einem Mann verbal angegriffen und beschimpft worden, außerdem wurde den Kindern Gewalt angedroht, weshalb sie vorzeitig ausstiegen. Niemand der im Bus Anwesenden griff ein, sagte ZARA-Sprecherin Meike Kolck-Thudt. Der Vorfall habe sich nicht in Wien ereignet, betonte die Sprecherin. Den Fall gemeldet hatten schließlich die Eltern.

Von rassistischen Vorurteilen geprägt

Über 50 Prozent der Vorfälle wurden von Betroffenen selbst gemeldet. Das ist laut ZARA ein Hinweis darauf, dass diese Personen einem enormen Druck ausgesetzt sind. Die Antidiskriminierungsstelle dokumentiert auch gemeldete Zeitungsartikel und rassistische Kommentare in Sozialen Medien wie Facebook. "Diese Vorfälle zeigen, wie stark wir von rassistischen Vorurteilen geprägt sind. Es ist wichtig, diese immer wieder zu hinterfragen, und auch Zivilcourage zu zeigen, wenn man entsprechende Vorfälle beobachtet", rät ZARA. (apa)