Die Verbreitung des Coronavirus im Norden Italiens führt die Erkrankung schon sehr nahe an Österreichs Grenzen. Und dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass es auch hierzulande bald zu ersten Fällen kommt, machte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag klar. Wie kann man sich besten vor einer Ansteckung schützen? Mit Mundschutzmasken, wie man sie auf den vielen Bildern aus China sowie bei Flugreisenden sieht, jedenfalls nicht.

Schutzmasken bieten kaum Schutz vor einer Ansteckung durch Viren - eine Ausnahme sind diese speziellen FFP3-Masken. - © APAweb / Helmut Fohringer
Schutzmasken bieten kaum Schutz vor einer Ansteckung durch Viren - eine Ausnahme sind diese speziellen FFP3-Masken. - © APAweb / Helmut Fohringer

Als gesunder Mensch auf der Straße eine Maske zu tragen, um sich vor vermeintlich vorhandenen Viren in der Luft zu schützen, bezeichneten Experten als unsinnig. "Einmal-Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden", heißt es vom Gesundheitsministerium.

Keine Evidenz für Schutz

Auch nach Angaben des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Robert-Koch-Instituts in Berlin gibt es "keine hinreichende Evidenz" dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für gesunde Menschen deutlich verringert. Zusätzlichen Schutz würden nur spezielle Masken bieten - sogenannte FFP3-Masken. Diese sind vor allem zum Schutz vor lungengängigem Staub wie Feinstaub, Rauch und Flüssigkeitsnebel (Aerosole) gedacht. Wichtig sei aber auch hier, sie richtig anzulegen und sie ausreichend oft zu wechseln. Solche Masken gelten allerdings für eine längere Nutzung im Alltag als wenig geeignet.

Vielmehr könnten sich Träger solcher Masken in falscher Sicherheit wiegen, so dass Hygienemaßnahmen wie gute Händehygiene vernachlässigt werden könnten, schreibt etwa das Robert-Koch-Institut und beruft sich dabei auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Als Vorteil beim Mundschutz gilt, dass man sich weniger unabsichtlich mit - möglicherweise kontaminierten - Fingern an Mund oder Nase berührt.

Das Coronavirus verbreitet sich, ähnlich wie die Influenza, durch Tröpfcheninfektion. Das kann durch winzige Partikel bei Husten oder Niesen passieren. Daher empfiehlt die WHO zumindest ein Meter Abstand zu halten im öffentlichen Raum, auch wenn das oft nur schwer möglich ist. Eine Übertragung kann aber auch indirekt stattfinden, nämlich wenn eine erkrankte Person sich die Hand beim Husten vor den Mund hält, danach aber etwa eine Türschnalle angreift.

Daher sollte man bei Husten oder Niesen sich nicht Hand vor das Gesicht halten, sondern ein Taschentuch oder zumindest den Ellbogen und sich anschließend die Hände waschen. Eine oftmalige Handhygiene ist generell wichtig, wobei das gründliche Waschen mit Seife ausreichend ist. Es bedarf keiner speziellen Desinfektionsmitteln. Außerdem sollte man darauf achten, mit den Fingern keine Schleimhäute zu berühren, also etwa den Mund oder die Augen. Viele Oberflächen können kontaminiert sind, durch eine Berührung kann das Virus auf die Finger gelangen und es dann via Schleimhäute zu einer Ansteckung kommen. (sir/apa)