Salzburg/Schwarzach/St. Veit im Pongau. Am Montag ist in der Stadt Salzburg mit dem Aufbau des Zusatzspitals im Messezentrum begonnen worden. Dazu werden in der Halle 10 in einer ersten Stufe 352 Kojen mit je zwei Betten aufgestellt, in Summe also 704 Betten, sagte der Leiter des medizinischen Einsatzstabes im Land, Richard Greil. In weiterer Folge sollen am Standort bis zu 1.200 Covid-Patienten behandelt und versorgt werden können.

Damit ist aber noch immer nicht die maximale Kapazität erreicht: Im Notfall kann die Messehalle bis zu 1.600 Betten Platz bieten. "Auch wenn wir hoffen, dass das nicht notwendig sein wird", so Greil. Theoretisch könnte das Behelfsspital bereits am Donnerstag den Betrieb aufnehmen. Allerdings suche man aktuell noch dringend Fachpersonal. Die angrenzende Messehalle 9 wird inzwischen als Warteraum für Verdachtsfälle adaptiert. "Hier wird - mit dem nötigen Sicherheitsabstand - abgeklärt werden, ob eine positive Infektion mit dem Virus vorliegt oder nicht."

- © APA web / Barbara Gindl
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Für leicht bis mittelschwer Erkrankte

Das Messezentrum ist eines von drei Zusatzspitälern im Bundesland, in dem Corona-Patienten von Nicht-Corona-Patienten getrennt werden sollen. Die Behelfsspitäler sind dabei für leicht bis mittelschwer erkrankte Patienten vorgesehen. "Das sind jene Personen, die nicht zu Hause versorgt werden können und ins Krankenhaus müssen, aber keine intensivmedizinische Versorgung oder Beatmung brauchen", sagte Greil. "Der Vorteil in der Halle ist auch, dass wir mit wenig medizinischem Personal einen besseren Überblick über die Patienten haben, als wenn diese in getrennten Zimmern untergebracht sind."

Durch die kurze Distanz zum Covid-Haus am Uniklinikum Salzburg sei gesichert, dass jeder Patient innerhalb von 60 Minuten einen beatmungsfähigen Platz bekommt, sollte sich sein Zustand verschlechtern. Am Coronavirus erkrankte Personen können innerhalb von wenigen Stunden beatmungspflichtig werden. Das Covid-Haus mit seinen 200 Betten verfügt nicht nur über Intensivstationen, sondern bietet auch Behandlungsmöglichkeiten für akute internistische, kardiologische, traumatologische oder gynäkologische Notfälle von positiv getesteten Personen. Im Uniklinikum wurden bereits 50 Beatmungsplätze eingerichtet, weitere 60 sollen auf der bisherigen HNO-Abteilung folgen.

Insgesamt sind drei Behelfsspitäler in Salzburg geplant

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Analog dazu wird derzeit auch im Süden des Bundeslands eine ähnliche Struktur aufgebaut. Im Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach steht eine Covid-Intensivstation mit bis zu 14 Betten zur Verfügung. Das dazugehörige Zusatzspital umfasst im Vollausbau bis zu 300 Betten. Es ist in der Landesklinik St. Veit im Pongau und ihren Reha-Einrichtungen untergebracht. Sollte die Kapazität nicht reichen, wird auf 120 im Zusatzspital Mittersill eingerichtete Betten zurückgegriffen.

Wie Greil am Montagmorgen in einem Statement auf Youtube erklärte, seien im Bundesland Salzburg derzeit 251 Beatmungsgeräte vorhanden. Dies wiederum entspreche abhängig vom Zentralraum zwischen 35 und 45 Geräten pro 100.000 Einwohner. "Im Vergleich dazu: In Italien sind es acht", so Greil. "Das heißt aber nicht, dass wir ausreichend mit Respiratoren versorgt sind. Wir haben aber zumindest eine gute Ausgangsbasis."

Greil rief am Montag noch einmal dazu auf, auf risikoreiche Sportarten zu verzichten. Erst am Wochenende seien einige verletzte Mountainbiker ins Krankenhaus eingeliefert worden. "Jede schwere Verletzung, die jetzt vorgebeugt wird, entlastet das System. Sportunfälle binden OP-Kapazitäten und Personal, die wir jetzt für die Vorbereitung für schwerkranke Corona-Patienten brauchen." (apa)