Bregenz. Lehrpersonen von 31 der 311 Vorarlberger Schulen stehen unter Quarantäne, elf Lehrpersonen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das gab Vorarlbergs Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) am Montagabend in einer Video-Pressekonferenz bekannt. Weil an den Schulen die Kontaktpersonen oftmals nicht mehr eruierbar waren, befinden sich auch zahlreiche Schüler und Eltern in häuslicher Isolation.

Dennoch sei keine einzige Schule im Land geschlossen, die Lehrer machten einen tollen Job. Die positive Nachricht sei, dass die Kinderbetreuung im ganzen Land funktioniere, "in jeder Gemeinde, das ist sehr wichtig", betonte Schöbi-Fink. Die Betreuung werde auch in den Osterferien sichergestellt werden können. Schöbi-Fink sagte, dass insbesondere private Kinderbetreuungseinrichtungen vor große Herausforderungen gestellt seien. Sie appellierte an deren Träger, ihre Einrichtungen weiter offen zu halten: "Sie helfen mit, das System aufrecht zu erhalten", betonte sie. Das Land sei ein verlässlicher Partner und werde niemanden im Stich lassen, bat Schöbi-Fink darum, "wirtschaftlich und menschlich vertretbare Lösungen zu finden". Auch der Vorarlberger Gemeindeverband werde unterstützend zur Seite stehen.

Vorarlberg sucht zusätzliches Gesundheitspersonal

Auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) meldete sich am Montagabend in einer Video-Pressekonferenz zu Wort: Das Land Vorarlberg rüstet sich angesichts der steigenden Zahlen an Coronavirus-Infizierten weiter für den "worst case". Personen mit medizinischer oder pflegerischer Ausbildung , "wer in der Lage ist zu helfen", so Wallner, möge sich bitte melden. Personen mit medizinischer oder pflegerischer Ausbildung könnten sich auf einer Internetseite  eintragen, man werde sie im Bedarfsfall kontaktieren.

In Vorarlberg waren am Montagabend bei 1.769 Verdachtsfällen 330 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. Zwölf Personen wurden im Krankenhaus behandelt, eine davon auf der Intensivstation. Trotz der zuletzt gesunkenen Steigerungsrate warnte Wallner vor einer Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. "Das wäre unverantwortlich. Wir steuern nach wie vor auf eine angespannte Lage zu."

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) zufolge waren in den Landeskrankenhäusern vorerst vier Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. "138 Mitarbeiter stehen unter Quarantäne. Wir hoffen, dass sie möglichst bald gesund an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können", sagte Rüscher. Für Coronavirus-Erkrankte stehen in Vorarlberg in den Spitälern bereits 500 Betten bereit, bei Bedarf können in anderen Gebäuden weitere 1.100 Betten platziert werden.

Auch die grundmedizinische Versorgung abseits des Coronavirus sei sichergestellt, betonte die Landesrätin. "Alles, was dringlich und notwendig ist, wird weiter angeboten", unterstrich sie. (apa)