In der Gemeinde Heiligenblut (Bezirk Spittal an der Drau) hat Sonntagfrüh die Quarantäne geendet. Ab 7.30 Uhr durften die 88 österreichischen Touristen, rund 50 Beschäftigte aus anderen Gemeinden, sowie die Bürger wieder aus der kleinen Gemeinde am Fuße des Großglockners ausfahren. "Kommt's gut heim, bleibt's gesund und kommt's wieder", gab ihnen Bürgermeister Josef Schachner mit auf den Weg.

Die gesamte Gemeinde Heiligenblut war am 14. März kurzfristig unter Quarantäne gestellt worden, nachdem zwei bestätigte Coronavirus-Erkrankungen im Dorf festgestellt und drei weitere Coronavirus-Verdachtsfälle in der Gemeinde aufgetreten waren. Von den rund 300 Touristen durften jene aus dem Ausland noch abreisen. Sie mussten ihre Daten abgeben und dazu verpflichten, bis nach Hause durchzufahren und dort in Heimquarantäne gehen. Die österreichischen Gäste, die teils nur für einen Kurzurlaub gekommen waren, mussten im Ort bleiben und wurden weiter in Hotels, Pensionen und Frühstückspensionen untergebracht. Seiher wurden in der Gemeinde keine neuen Erkrankungen mehr gemeldet.

"Es war schon eine sehr harte Pille"

Jetzt ist die lange Zeit des Ausharrens vorbei. "Es war schon eine sehr harte Pille, und es waren halt alle mehr oder weniger irritiert, dass es keine private Quarantäne gegeben hat. Die erste Woche war sehr schwierig, die zweite wesentlich besser. Jetzt haben wir es alle so gut als möglich geschafft diese außergewöhnliche Situation zu meistern", blickte der Bürgermeister im Gespräch mit der APA erleichtert zurück.

Zuletzt habe er die Behörden davon überzeugen können, "dass es besser ist, wenn die Leut' nicht alle um Mitternacht abreisen, sondern sich ab der Früh auf den Weg machen können. Sie kommen ja teilweise aus Wien, Graz, Linz, Voitsberg", schilderte Schachner. Die verordneten "Verkehrsbeschränkungen über die gesamte Gemeinde" wurde mit Sonntagfrüh vorzeitig aufgehoben.

Alle Abreisenden - der jüngste Gast war ein fünfjähriges Mädchen, die älteste Urlauberin eine 93-jährige Frau - haben eine Bestätigungen über die 14-tägige Quarantäne bekommen. ""Seit 7.30 Uhr geht die Abreise gemütlich vor sich, viele frühstücken noch und werden im Laufe des Vormittags fahren, ein Stau ist nicht in Sicht", berichtete der Bürgermeister.

Zum zweiten Mal innerhalb wneiger Monate isoliert

Die Gemeinde hat vorerst die Kosten für Kost und Logis übernommen. "Ich habe appelliert, dass die Betriebe zum Selbstkostenpreis arbeiten, jetzt hoffen wir, dass wir nicht im Stich gelassen werden", schloss Schachner.

Heiligenblut war übrigens innerhalb weniger Monate zum zweiten Mal von der Außenwelt abgeschnitten: Im November 2019 waren heftige Unwetter der Grund dafür, dass die Straße in den Ort für mehrere Tage gesperrt worden war. (apa)