Diese Meldung wurde Donnerstagabend korrigiert: Erster Fall in Ischgl am 5. März.

Der erste Corona-Fall ist in Ischgl bereits am 5. Februar aufgetreten. Dabei hat es sich um eine Schweizer Touristin gehandelt, die erst Wochen später positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. Das gab Franz Allerberger, Leiter des Bereichs Humanmedizin der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) am Donnerstag bekannt.

Der bisher viel genannte Barkeeper, dem in Medien unterstellt wurde, Dutzende in einem Après-Ski-Lokal angesteckt zu haben, war demnach nicht der "Spreader". Vielmehr war er laut Allerberger der Erste von den in Ischgl Erkrankten, der zum Arzt ging und Anfang März positiv getestet wurde. Er habe fälschlicherweise die Rolle des angeblichen Weiterverbreiters "umgehängt bekommen", betonte Allerberger. Schon Wochen vor ihm sei beispielsweise eine Kellnerin mit dem Coronavirus infiziert worden.

Für Allerberger ist die wichtigste Erkenntnis aus den Datenauswertungen, dass das Virus dann am ansteckendsten ist, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern über einen Zeitraum von 15 Minuten nicht eingehalten wird.

"Das Virus fliegt nicht in 2500 Meter beim Skifahren herum, und es fliegt auch in keinen Bundesgarten", sagte er bei der Pressekonferenz. Betont wurde bei der Pressekonferenz mehrmals, dass es bei der Spurensuche nach dem Patienten 0 nicht darum gehe, einen Schuldigen zu finden, sondern darum herauszufinden, wie sich das Virus verbreitet und ob es sich verändert.

3,5 Prozent der Infektionen "importiert"

Die Daten zeigen auch, dass die meisten heimischen Ansteckungen mit dem Coronavirus in Österreich passiert sind. Nur 3,5 Prozent oder 306 bestätigte Fälle kommen aus dem Ausland, wie etwa Erasmus-Studierende, die sich in Italien angesteckt haben. Allerberger geht im übrigen davon aus, dass "bald ein Prozent der Bevölkerung", also rund 90.000 Menschen, in Österreich infiziert sein werden.

Bei der Analyse der Ages kam heraus, dass insgesamt 133 positive Fälle in Österreich ihren Ursprung in Italien haben. 29 sind auf Deutschland zurückzuführen, 20 auf Spanien, 13 auf Großbritannien, elf auf Ägypten und zehn auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Stand der Untersuchung ist der 30. März. (apa, bs)