In Österreich sind am Dienstag bundesweit für einen 24-Stunden-Zeitraum lediglich 18 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nur drei Bundesländer sind davon betroffen, nämlich Wien mit 15 und Niederösterreich mit zwei neuen Fällen sowie die Steiermark mit einer neuinfizierten Person. Das heißt, dass gleich in sechs Bundesländern kein neuer Corona-Fall hinzugekommen ist.

"Das ist ein denkbar gutes Ergebnis", sagte Detlef Polay, der Sprecher des Einsatzstabes im Innenministerium, im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Es war gestern kein Wochenende, es war kein Feiertag. Und man kann davon ausgehen, dass normal getestet worden ist." Auch seien 15 Fälle für Wien wenig. 18 neue Fälle sei der bisher drittniedrigste Stand für einen Corona-Tag. Dass in zwei Dritteln aller Bundesländer kein Fall dazugekommen ist, hob Polay speziell hervor. Diese Bilanz habe es allerdings davor schon einige Male gegeben.

Die Zahl der landesweiten Corona-Todesfälle stieg im Tagesvergleich um zwei auf 643, beide an oder mit einer Covid-19-Krankheit Verstorbenen fallen in die steirische Statistik. Nach Auskunft des Innenministerium per Stand 9.30 Uhr befinden sich landesweit 127 Corona-Patienten in Krankenhausbehandlung, 32 davon werden intensiv-medizinisch betreut.

Weniger Krankenstände

Allgemein hat die Coronakrise in Österreich einen extremen Einfluss auf die Zahl der Krankenstände gehabt - und zwar einen Rückgang um fast zwei Drittel. Im April gab es laut Österreichischer Gesundheitskasse (ÖGK) 148.999 neue Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, im entsprechenden Monat 2019 waren es noch 436.619 gewesen. Laut einer ÖGK-Sprecherin sei die Reduktion auf den Ausfall von planbaren Operationen, Kurzarbeit, steigende Arbeitslosigkeit, Home-Office, Betreuungsfreistellungen und Dienstfreistellungen zurückzuführen.

Für die Zeit nach Corona will nicht nur laut einer Befragung des Jobportals karriere.at unter seinen Online-Usern fast jeder zweite Arbeitnehmer einen neuen Job, sondern die Mehrheit der Österreicher unterstützt indirekt den Wunsch der Umwelt-NGOs nach ökologisch und sozial ausgerichteten Konjunkturpaketen zur Abfederung der Coronakrise. Die von Greenpeace in Auftrag gegebene Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Akonsult besagt, dass sich 84 Prozent der 500 Befragten sozusagen einen "grünen Wiederaufbau" wünschen.

Weltweit mehr als 5,5 Millionen Infektionen

International hat die Zahl der jemals positiv Corona-Getesten am Dienstag die Zahl von 5,5 Millionen überschritten. Damit hat sich die Anzahl der weltweit Infizierten binnen eines Monats verdoppelt, allein in den vergangenen elf Tagen kamen mehr als eine Million Fälle hinzu. An Todesfällen gab es bis zum frühen Nachmittag (MESZ) weltweit insgesamt 346.700. Die tatsächlichen weltweiten Infektions-und Opferzahlen dürften weitaus höher liegen, da nicht alle Betroffenen auf Sars-CoV-2 getestet werden.

Eine hohe Dunkelziffer wird unter anderem in Brasilien angenommen. Dort wurden laut Gesundheitsministerium erstmalig binnen 24 Stunden mehr Covid-19-Todesfälle verzeichnet als die USA. So sind am Montag an den Folgen der Lungenkrankheit in Brasilien 807 Menschen gestorben, in den Vereinigten Staaten 620. Auch in Chile nimmt die Ausbreitung des Coronavirus weiter stark zu, binnen 24 Stunden wurden 4.895 neue Fälle verzeichnet. Die USA wiederum sind mit gesamt 98.223 Toten bereits knapp an der Schwelle zu 100.000 Todesopfern.

Im nach der Anzahl der Infizierten hinter den USA und Brasilien liegenden Russland ist am Dienstag die höchste tägliche Todeszahl seit dem Corona-Ausbruch im Land registriert worden. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden starben binnen 24 Stunden 174 Menschen an Covid-19. Damit stieg die offizielle Opferzahl auf 3.807, insgesamt 362.342 Ansteckungen wurden demnach nachgewiesen. Die Behörden wiesen aber auch darauf hin, dass innerhalb von 24 Stunden mehr als 12.000 Corona-Patienten genesen seien.

Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg stützt sich indes die Landesregierung bei der spätestens für Ende Juni geplanten Öffnung von Volksschulen und Kindertagesstätten auf eine Untersuchung mehrerer Uni-Kliniken, wonach Kinder unter zehn Jahren kein besonderes Corona-Infektionsrisiko hätten. Endgültige Ergebnisse seien zwar erst in einer oder zwei Wochen zu erwarten, die bisherigen Erkenntnisse würden laut den Wissenschaftern aber "ein stabiler Trend" sein, der die Öffnung der Tagesstätten und Volksschulen rechtfertige. (apa)