In der schwarz-grünen Koalition in Tirol ist der Alltag noch nicht zurückgekehrt, die ÖVP rechnet aber bald damit. Die Tiroler Volkspartei erachtet die Causa rund um den "Luder"-Sager von Vizelandeshauptmann Josef Geisler (ÖVP) offenbar bereits als erledigt. Der Koalitionsausschuss vergangene Woche habe die "Einheit wieder hergestellt", meinte ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf am Montag am Rande einer Sitzung des Landesparteivorstandes im APA-Gespräch. Geisler habe sich im Ausschuss und in der Landesregierung erneut entschuldigt.

Die schwarz-grüne Zusammenarbeit im Landhaus sah Wolf durch den Vorfall nicht gefährdet: "Wir gehen davon aus, dass wir einen Koalitionspartner haben, auf den wir uns verlassen können", denn man habe in den vergangenen sieben Jahren "sehr gut regiert". Auch Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe von den Grünen sitzt für Wolf fest im Sattel. Er ging davon aus, dass Felipe - nachdem heftige interne Kritik an ihr laut geworden war - auch nach der Vorstandssitzung des Regierungspartners am Dienstag noch grüne Frontfrau sein wird.

ÖVP kommentiert Sexismus-Vorwurf nicht

Wolf fügte außerdem noch hinzu: "Was Äußerungen von Bundespolitikern - egal welchen Couleurs - betrifft: Die werden wir nicht kommentieren". Er nahm damit Bezug auf die grüne Klubobfrau im Parlament, die Tirolerin Sigrid Maurer. Diese hatte am Sonntag im Parlamentsmagazin des ORF-Fernsehens kritisiert, dass die Tiroler ÖVP ein Problem mit "strukturellem Sexismus" habe.