Der Flughafen Wien wird Test-Airport für Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA. In Schwechat bereits umgesetzte Konzepte und nun aus dem Praxisbetrieb gewonnene Erkenntnisse sollen in die Gestaltung künftiger Regelungen einfließen.

Ziel der EASA ist es, internationale Standards zu entwickeln. Die von der Luftfahrtbehörde kürzlich veröffentlichte "EASA-Charta" mit Empfehlungen für sicheres Reisen, sei vom Airport Wien ebenfalls unterzeichnet worden, so Vorstandsdirektor Julian Jäger. Der Flughafen wolle ein Vorreiter dabei sein, Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen europaweit weiterzuentwickeln. Andere Test-Airports seien London Heathrow, Paris CDG, Frankfurt und München.

Für die Rückkehr zur gewohnten Reisefreiheit in der Luftfahrt seien internationale Standards für effiziente Schutzmaßnahmen wichtig. Daran arbeite die EASA, sagte Jäger.

Wärmebildkameras für Körpertemperaturmessungen

Die unterzeichnete "Charta" werde etwa dahin gehend umgesetzt, dass im gesamten Terminalbereich auf dem Flughafen Wien eine Schutzmaskenpflicht für Passagiere, Abholer und Beschäftigte gelte. Auch sei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten, worauf mit Bodenmarkierungen, Beschilderungen und Durchsagen regelmäßig hingewiesen wird. Check-in-, Boarding- und Informationsschalter sind mit Plexiglas-Schutz ausgestattet, im gesamten Terminalbereich zahlreiche Handdesinfektionsständer aufgestellt. Bei Busabfertigungen wird laut Airport die Zahl der Passagiere limitiert, um auch im Bus ausreichenden Sicherheitsabstand ermöglichen zu können.

Neu ist laut Jäger nicht zuletzt, dass bei allen ankommenden Passagieren nun mit Wärmebildkameras vollautomatisch Körpertemperaturmessungen durchgeführt würden. Auf dem Weg zur Gepäckausgabe passieren die Reisenden im Vorbeigehen das Kamerasystem, das automatisch arbeitet. Bei erhöhter Temperatur von Fluggästen wird ein Amtsarzt hinzugezogen, der eine persönliche Nachkontrolle durchführt und mögliche weitere Schritte einleitet. (apa)