Klagenfurt. Das Bundesheer soll die Kärntner Behörden erneut bei den Gesundheitskontrollen an den Grenzen entlasten. Der Leiter des Landespressedienstes, Gerd Kurath, erklärte nach einer Sitzung des Kärntner Koordinationsausschusses, dass der Assistenzeinsatz voraussichtlich kommende Woche beginnen soll.

Die Bezirkshauptmannschaft Villach-Land hat laut Kurath einen Einsatz bereits angefordert, ebenfalls betroffen sind die Bezirke Klagenfurt-Land, Völkermarkt und Wolfsberg. Man gehe davon aus, dass auch sie das Bundesheer anfordern werden, da das Ministerium ja eine starke Ausweitung der Kontrollen verlangt. Diese würden aber weiterhin stichprobenartig ausfallen. Nun müssten wieder Soldaten auf ihre Aufgaben geschult werden, um eingesetzt werden zu können.

Die Belastung der Sanitätsbehörden, die sich bereits auf die Grippesaison im Herbst vorbereiten, ist groß. Sie haben nicht nur die Grenzkontrollen durchzuführen, sondern auch die Maskenpflicht in Velden, Pörtschach, Krumpendorf und St. Kanzian sowie auf Klagenfurts Märkten auf ihre Einhaltung zu prüfen. Deshalb hat das Land nun eine Sonderjobbörse eingerichtet. Man wolle etwa Lehrer ansprechen, ob sie möglicherweise den Sommer über administrative Aufgaben übernehmen könnten, um die Sanitätsbehörden zu entlasten, sagte Kurath.

Landeshauptmann negativ geteste

Auch ein dritter Coronatest bei Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) brachte ein negatives Resultat. Kaiser war, wie am Freitag bekanntgegeben wurde,bei einer Dekretverleihung Kontaktperson einer Frau gewesen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Kaiser bleibt weiterhin in häuslicher Quarantäne. Ein weiterer Test soll gemacht werden, bevor er aus der Quarantäne zurückkehrt. Wann das genau sein wird, steht noch nicht fest, bis Montag zu Mittag habe Kaiser noch keinen Bescheid erhalten, so Kurath. 

Bisher nur ein positiver Fall bei Screening-Testungen

Das Screening der Bewohner und Mitarbeiter in den Alten- und Pflegeheimen ist laut dem Kärntner Landespressedienst schon weit fortgeschritten. Am Montag lag die Quote bei 88 Prozent. Insgesamt seien 12.950 Screening-Tests sind in den Alten- und Pflegeheimen notwendig, betroffen sind 5.189 Mitarbeiter und 6.727 Bewohner. 11.370 Tests wurden durchgeführt, wobei eine Heim-Mitarbeiterin ein positives Ergebnis hatte. In den Behinderteneinrichtungen ist man bei 75 Prozent. Von  insgesamt 2.100 Tests wurden 1.545 bereits erledigt, mit durchwegs negativen Resultaten. Insgesamt wurden in Kärnten bisher 31.555 Tests durchgeführt, wobei die Screenings der AGES hier nicht dazugezählt wurden. Die Tests erfolgten auf freiwilliger Basis, Fälle von Verweigerung sind bisher nicht bekannt.

Im Tourismus werden die Testzonen ausgeweitet, zum Bereich Wörthersee sollen der Reihe nach Villach, Klagenfurt und Völkermarkt dazukommen. Die Tests im Tourismusbereich werden vom Roten Kreuz durchgeführt, geplant sind Teststationen in Velden und Pörtschach, bisher fielen alle Testergebnisse negativ aus. Die AGES hat in einem großen fleischverarbeitenden Betrieb in Kärnten sämtliche Mitarbeiter getestet, auch hier gab es keinen einzigen positiven Fall. (apa)