Im Großteils Österreichs hat es von Sonntag bis Dienstagfrüh zwischen 50 und 160 Liter pro Quadratmeter geregnet - Mengen, die teilweise dem gesamten Niederschlag eines normalen Augusts entsprechen. Entsprechend viel zu tun hatten die Feuerwehren, obwohl die Auswirkungen nicht so dramatisch waren wie befürchtet. Im Laufe des Dienstags sollte der Regen zudem nachlassen und am Mittwoch zu Ende gehen.

In Salzburg haben die enormen Wassermengen für zahlreiche Einsätze, aber nur für kleinere Überflutungen gesorgt. Während sich das Einsatzgeschehen in der Nacht vor allem auf den Pinzgau konzentrierte, verlagerte es sich im Laufe des Tages in den Norden des Landes. In der Stadt Salzburg fielen binnen 24 Stunden rund 110 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Pegelstände der Salzach und Saalach überschritten am Vormittag die Warngrenze, begannen aber am Nachmittag bereits wieder leicht zu sinken. Personen kamen nach bisherigem Stand nicht zu Schaden.

Wie der Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker gegen 13.30 Uhr zur APA sagte, waren seit Montagabend beinahe 1.300 Feuerwehrleute bei 391 Einsätzen beteiligt. "Die Zahl der Ausrückungen geht aktuell aber wieder zurück." Die Feuerwehrleute pumpten Keller aus, beseitigten kleinere Verklausungen, führten Absicherungsarbeiten durch oder räumten Straßen frei. "In einigen Gemeinden wurde auch der Hochwasserschutz aufgebaut." Das Problem seien aber gar nicht immer ausufernde Bäche, sondern eher der erhöhte Grundwasserspiegel gewesen, der für überflutete Tiefgeschoße sorgte.

In der Mozartstadt wurden zumindest an einer Stelle sicherheitshalber die mobilen Hochwassersperren aufgebaut. In der Gemeinde Muhr (Lungau) verlegten am Montagabend zwei Muren die Landestraße. Das mit dem Wasser mitgeschwemmte Erdreich, Gehölz und Steine richtete am Talboden Flurschäden an. In Oberndorf (Flachgau) sollte die Hochwasserwelle am Nachmittag ihren Höchstwert erreichen - mit Ausuferungen sei aber nicht zu rechnen, teilte der hydrografische Dienst des Landes mit.

Hochwasser-Voralarm in Oberösterreich

In Oberösterreich gab es im gesamten Bundesland mehrere kleinere Einsätze. "Es gab Gott sei Dank keine Hotspots", sagte Dietmar Lehner, Offizier vom Dienst beim Landesfeuerwehrkommando, Dienstagmittag zur APA. Bis Mittag waren insgesamt 50 Feuerwehren in fast jedem Bezirk - mit Ausnahme von Kirchdorf - im Einsatz und mit dem Auspumpen von Kellern und Garageneinfahrten, Reinigung von Straßen und der Beseitigung diverser anderer Folgen von kleineren Überflutungen beschäftigt.

In Steyr und in Schärding wurde jeweils der Hochwasser-Voralarm ausgelöst. Der Inn in Schärding sollte im Laufe des Nachmittags einen Wasserstand von sieben Metern erreichen, die Enns einen Pegel in Höhe von fünf Metern. Große Niederschlagssummen im Einzugsgebiet des Inns werden zu starken Anstiegen führen, die Hochwassersituation bleibe noch angespannt. Dies werde sich auch auf die Donau in Oberösterreich auswirken und die Vorwarnstufen werden im Laufe des Tages erreicht, hieß es in einem Hochwasserbericht des Hydrografischen Dienstes des Landes. Lehner verwies auf den prognostizierten Regenrückgang am Nachmittag. Dadurch erwarte man sich eine Beruhigung der Situation.

In einer gemeinsamen Presseaussendung von Landesrat Wolfgang Klinger (FPÖ) und Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) stellte letzterer fest, aufgrund der Wetterprognosen und der Investitionen des Landes in den Hochwasserschutz, die in den letzten Jahren getätigt wurden, könne man aus derzeitiger Sicht davon ausgehen, dass man ohne größeren Schaden und ohne schlimme Folgen davon kommen werde. "Dennoch bitte ich alle Landsleute in den betroffenen Regionen, sich vorsichtig zu verhalten".

Bäche über die Ufer getreten

Die Vorboten der umfangreichen Regenfälle sorgten Montagabend im obersteirischen Mürztal für erste Überschwemmungen und Einsätze für die Feuerwehrleute. Am Alpl war ein Bach an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Keller und Wohnräume wurden von den Einsatzkräften ausgepumpt. Mit Sandsäcken und schwerem Gerät konnte der Bach wieder in sein Bett zurückgeleitet werden. In Graz wurde Dienstagmittag die Muruferpromenade vorsorglich gesperrt. Der Pegelstand war bei der Keplerbrücke auf 4,10 Meter angestiegen.

In Kärnten haben die Regenfälle am Montagabend zu 200 Feuerwehreinsätzen geführt. Laut Landespressedienst rückten 78 Feuerwehren mit mehr als 1.000 Einsatzkräften aus. Besonders betroffen waren die Bezirke Villach-Land und Feldkirchen. In Himmelberg (Bezirk Feldkirchen) trat ein Bach über die Ufer und überflutete die Turracher Bundesstraße (B95). Hier drang das Wasser auch in den Heizraum eines Hauses ein, wodurch Leitungen abgerissen wurden, fünf Öltanks umkippten und etwa 7.000 Liter Heizöl austraten.

In Steindorf am Ossiacher See wurde ein 69-Jähriger Autofahrer während der Fahrt von Geröllmassen in seinem Auto eingeschlossen, er wurde unverletzt geborgen. Die Bahnstrecke zwischen Feldkirchen und Villach war nach Murenabgängen und Hangrutschungen an mehreren Stellen unterbrochen, auch Straßen im Oberen Gurktal, in Stockenboi und am Faaker See (Bezirk Villach-Land) waren verlegt. Und in Villach standen Feuerwehr und Bundesheer auf dem Hochwasser führenden Drau-Fluss im Einsatz, hier hatte sich durch das Hochwasser eine Plattform vom Ufer losgerissen, die wieder gesichert wurde.

Mehr als 20 Feuerwehreinsätze in Vorarlberg

In Vorarlberg machte der Starkregen von Montagabend bis Dienstagmittag 37 Feuerwehr-Einsätze notwendig. Hauptsächlich galt es unter Wasser stehende Keller auszupumpen, größere Zwischenfälle blieben aus, hieß es auf APA-Anfrage bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle. Am stärksten betroffen war der Bezirk Dornbirn. Wegen Überflutung mussten auch einige Straßen gesperrt werden, darunter die Furt über die Dornbirner Ache in Dornbirn-Rohrbach und die Höchster Straße (L41) durch das Ried. Die Hauptrouten waren jedoch alle frei befahrbar.

Niederösterreich ist von den starken Regenfällen in der Nacht auf Dienstag weitgehend verschont geblieben. Eine Ausnahme stellte der Bezirk Amstetten dar, der Hotspot des Gebietes lag in der Marktgemeinde Aschbach. Probleme bereitete dort vor allem die Url, der übergetretene Fluss sorgte für überflutete Straßen und Keller. Rund 120 Mitglieder von sieben Feuerwehren standen im Einsatz.

In Tirol waren die Auswirkungen der Regenfälle bis Dienstagvormittag wenig spürbar. In der Leitstelle Tirol verzeichnete man "quasi gar keine wetterbedingten Einsätze", hieß es gegenüber der APA. Auf der Planseestraße (Bezirk Reutte) war es zu "kleineren Vermurungen" gekommen. In der Wildschönau (Bezirk Kufstein) gab es einen Murenabgang, der zum Teil auch ein Haus betraf. Die angrenzende Landesstraße sei davon aber nicht betroffen gewesen. Ansonsten sei es lediglich zu kleineren Wasserschäden kommen, weil Wasser in Häuser eingedrungen sei. Man sei "guter Dinge, dass wir gut davonkommen", zumal der Regen nachlassen soll. (apa)