Die Corona-Infektionen bei Rückkehrern aus dem Kroatien-Urlaub häufen sich. In Kärnten wurden zuletzt 22 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 16 von ihnen waren davor in Kroatien. Zuletzt war in Oberösterreich ein Cluster bei Urlaubs-Rückkehrern aus der Küstenstadt Makarska ausgemacht worden. Auch in Tirol wurden bereits Fälle gemeldet, die auf Kroatien-Rückkehrer zurückzuführen sind.

Besonders viele junge Menschen seien betroffen, sagt Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ). 80 Prozent der Infizierten seien zwischen 19 und 25 Jahre alt. 

Prettner warnt "alle Personen, die einen Kroatien-Urlaub vorhaben, besonnen zu sein." Sie rate eindringlich, die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten.

Regional eingrenzen, wo in Kroatien sich die Kärntner Rückkehrer angesteckt hatten, könne man nicht, informierte Prettner weiter: "Es waren unterschiedliche Orte, von wo sie zurückgekommen sind." Nachdem besonders viele junge Leute infiziert sind, geht sie aber davon aus, dass möglicherweise in Feierlaune die Distanz-Regeln nicht eingehalten worden sind. Reiserückkehrer aus Kroatien sollten generell ihren Gesundheitszustand beobachten und beim Auftreten von Symptomen sofort um einen Test ansuchen.

In Kärnten gibt es mit den am Donnerstag bekannt gewordenen Fällen insgesamt 61 aktuell Infizierte, davon sind drei Personen in stationärer Behandlung. Die Infizierten verteilen sich allerdings auf ganz Kärnten, eine auffällige Häufung von Fällen an einem Ort gibt es nicht.

Auch infizierte Kroatien-Rückkehrer in Oberösterreich

Auch in Oberösterreich ist am Freitag die Anzahl der Covid-19 infizierten Reiserückkehrer aus Kroatien weiter um 17 auf insgesamt 40 angestiegen. Die positiv Getesteten waren individual reisende Familien und kleinere Freundesgruppen, die in der Region Makarska Urlaub machten, so der Krisenstab. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) begrüßte das Verhängen einer Reisewarnung für Kroatien.

Insgesamt waren von den 45 Neuinfizierten in Oberösterreich am Freitag 27 Reiserückkehrer. Die Fallzahlen von Urlaubern in Makarska stiegen von Dienstag sechs auf Freitag 40. Seit 24. Juni registrierte der Krisenstab 70 Infektionen bei Reiserückkehren aus Kroatien, 44 aus dem Kosovo, 30 aus Serbien, 21 aus Rumänien und 18 aus Bosnien.

Stelzer "dankte" der Bundesregierung Freitagnachmittag für die "rasche Reaktion", eine Reiswarnung für Kroatien auszusprechen. Denn, so der Landeshauptmann in einer Aussendung weiter, die "stark steigenden Fälle der Reiserückkehrer zeigen, dass die Gesundheitskontrollen an den Grenzen nicht ausreichen und zahlreiche neue Fälle über das Ausland eingeschleppt werden". Daher appellierte er an das Gesundheitsministerium, "noch konsequenter vorzugehen und vor allem auch die Ausweichrouten in den Fokus zu rücken". (apa)