Die erste Sommerschule startet heute, Montag, für rund 12.200 Schüler in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. In den zweiwöchigen Kursen sollen an ausgewählten Volks- und Neuen Mittelschulen (NMS) sowie AHS-Unterstufen jene Kinder gefördert werden, die nach der Corona-bedingten wochenlangen Umstellung auf Fernunterricht besonderen Aufholbedarf in der Unterrichtssprache Deutsch haben.

"Es braucht schon sehr viel oppositionelle Fantasie, um dieses Modell der Sommerschule als ungeeignet zu bezeichnen", verteidigte Faßmann bei einem Besuch des BG/BRG Purkersdorf gleich das Konzept, bei dem an ausgewählten Volks-, Neuen Mittelschulen (NMS) und AHS Schüler zwei Wochen lang am Vormittag beim Projektunterricht in Kleingruppen Deutschförderung bekommen sollen. Nicht nur Schüler erhielten dabei die Chance, Defizite auszugleichen, auch Lehramtsstudentinnen und -studenten bekämen dabei die Möglichkeit, Unterrichtspraxis aufzubauen. "Das Bildungssystem bewegt sich und das ist ein gutes Zeichen", stellte der Minister fest.

Eine Evaluierung unter Eltern, Schülern und Lehrern werde anschließend zeigen, ob das Konzept auch in den kommenden Jahren weitergeführt wird, so Faßmann. ÖVP-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister geht aber schon jetzt davon aus, dass man das Projekt weiterführen wird, egal wie die Befragung ausgeht. Und auch Irene Ille, Direktorin des Gymnasiums in Purkersdorf, und NÖ-Bildungsdirektor Johann Heuras zeigten sich vom "Experiment" überzeugt.

60 Prozent nutzen Förderangebot

12.200 Schüler sind in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland für die Sommerschule angemeldet. In Oberösterreich, der Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg läuft die Sommerschule vom 31. August bis 11. September. Für die laut aktualisierten Zahlen des Bildungsministeriums insgesamt rund 24.400 Teilnehmer wird es bundesweit 1.800 Gruppen an 500 Standorten geben. Die Teilnahme an der Sommerschule ist freiwillig und kostenlos. Ist man angemeldet, gilt allerdings Anwesenheitspflicht. Die Schüler erhalten dafür einen Bonus für die Mitarbeitsnote bzw. die Note im Fach Deutsch im kommenden Schuljahr. Das Angebot wird von 60 Prozent der Schüler, die laut Bildungsministerium Förderbedarf haben, genutzt.

Den Unterricht in den Sommerschulen übernehmen rund 1.400 Lehramtsstudenten, entweder im Tandem mit Kommilitonen oder mit 1.500 erfahrenen Lehrern, die sich freiwillig als Mentoren gemeldet haben. Ausgewählte gute Schüler sollen außerdem als "Buddies" die Gruppen auflockern: Diese rund 200 Jugendlichen aus höheren Schulstufen, die sich freiwillig für die Sommerschule gemeldet haben, sollen als Vorbilder dienen und die Arbeit der Lehrer unterstützen, indem sie Einzelne oder Schülergruppen betreuen. Für die Sommerschulen gelten dieselben Hygienemaßnahmen, mit denen eine Ausbreitung von Covid-19 verhindert werden soll, wie für den generellen Schulbetrieb. Sprich: Abstandhalten, Händewaschen und häufiges Lüften. Eine Maskenpflicht gibt es nicht. (apa)