In Schrems (Bezirk Gmünd) ist eine türkische Hochzeit mit 700 Personen der Ausgangspunkt eines Coronavirus-Clusters geworden. Aktuell gebe es hier 13 positive Fälle und 150 Personen in Quarantäne, teilte der niederösterreichische Landessanitätsstab der APA mit. "Wir wurden eine Woche lang hinsichtlich der Kontakte angelogen", zitierten die "Niederösterreichischen Nachrichten" ("NÖN") Bezirkshauptmann Stefan Grusch am Dienstag.

Den Behörden liege nach der Veranstaltung vom 12. September noch immer nicht die vollständige Besucherliste für das Contact Tracing vor. "So verstreicht Zeit, in der sich weitere Kontakte ergeben und das Virus munter weiter streuen kann", erklärte Grusch den "NÖN". "Ich zeige jeden, der uns angelogen hat, bei der Staatsanwaltschaft an. Das ist eine Gemeingefährdung für den gesamten Bezirk."

"Einige Testergebnisse sind noch ausständig, aber alle Verdachtsfälle sind abgesondert und alle Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne", erklärte Grusch am Nachmittag in einer Aussendung. Grundsätzlich sei festzustellen, "dass sich die Besucher der Hochzeit, nachdem sie die Dringlichkeit der Situation erkannt hatten, rasch bei 1450 gemeldet haben", fuhr er fort. "Die Erhebungen und das Contact Tracing bezüglich der Hochzeit in Schrems laufen derzeit", erklärte der Landessanitätsstab. Es sei nicht auszuschließen, dass der Cluster noch weiter anwachse.

Probleme auch in Krems und Zwettl

In Verbindung mit dem Kremser Nachtlokal "Q-Stall" wurden zudem zwei weitere Fälle registriert, die Summe der Erkrankten stieg damit auf 28. Der Cluster betreffe auch die "Danube Private University" in Krems. "Die Screenings sind hier beendet worden und alle Befunde sind eingelangt", hieß es aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Im Zusammenhang mit den Häufungsfällen rund um einen Dämmerschoppen in einem Wirtshaus im Bezirk Zwettl ging die Zahl der Erkrankten auf 31 zurück. Mehrere Personen galten bereits als genesen. "Es können weitere Fälle dazukommen, aber eine explosionsartige Ausbreitung wird es wohl nicht geben", sagte der Sprecher der Landesrätin. (apa)