In der Umgangssprache der Bevölkerung ist es ein allgemein verständlicher Begriff: Altweibersommer. Im heurigen September hat das Wetter dies wieder einmal bestätigt, wie die Experten von der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien ür die Zeit bis zum Herbstbeginn, der mit Dienstag, 22. September, 15.31 Uhr datiert wird, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erläutern. Überdurchschnittliche Sonnenscheindauer, gerade auch in Wien, sowie im Schnitt österreichweit eine um 2,5 bis 3 Grad höhere Durchschnittstemperatur konstatiert der Klimatologe Alexander Orlik für den Zeitraum vom 1. bis zum 22. September.

"Es war bis jetzt auf jeden Fall ein recht warmer und sonniger September", bilanziert der Experte der Zentralanstalt für Meteorologie, die in Österreich rund 260 Messstationen betreibt. Heuer stimmt die Empfindung vieler Menschen in Österreich mit den nackten statistischen Daten überein. Das gilt besonders auch für die Sonnenscheindauer im Altweibersommer, den es in der meteorologischen Fachsprache natürlich nicht gibt. Diese Wetterphase beschreibt die Zeit nach dem Hochsommer mit recht stabilem Hochdruckwetter, frischen, teils sogar nebeligen Tagesanbrüchen und deutlicher Tageserwärmung.

Die Übersicht von 1. September bis zum Herbstbeginn am 22. September zeigt demnach, wie Orlik analysiert, dass die Sonnenscheindauer vor allem in höher gelegenen Gegenden in Westösterreich um 20 bis 30 Prozent über dem Normalwert gelegen ist. Im Durchschnitt schien die Sonne 130 Stunden.

Besonders sonnenbegünstigt waren die Bewohner der Bundeshauptstadt. Mit 184 Sonnenstunden lag der Wert heuer um 42 Prozent über dem Durchschnittswert sonstiger Jahre, wie der Klimatologe vorrechnet.Vor allem in höheren Lagen in Westösterreich war auch der Temperaturdurchschnitt mit drei Grad über dem Langjahresschnitt besonders hoch.

Im Schnitt 35 Prozent weniger Niederschlag

Umgekehrt sah es mit dem Niederschlag im Altweibersommer aus. Im Schnitt wurde heuer im September 35 Prozent weniger Niederschlag verzeichnet, wie aus den Daten der Zentralanstalt hervorgeht. Allerdings gab es auch Ausreißer. So wurde beispielsweise in Kufstein an der Tiroler Grenze zu Bayern mehr Niederschlag als sonst im Schnitt verzeichnet.

Was Niederschläge und Temperaturen betrifft, so ist schon am heutigen Mittwoch die Änderung im Gang. Erste Regenschauer und Gewitter leiten einen Umschwung ein, der bis zum Wochenende hin auch im östlichen Flachland einen deutlichen Temperaturrückgang einleitet. In höheren Lagen im Gebirge wird auch Schnee prognostiziert.