Bei den Untersuchungen der Justiz wegen der vielen Corona-Infektionen im Tiroler Skiort Ischgl im heurigen März stehen nun erste Einvernahmen bevor. "In der nächsten Phase der Ermittlungen wird es zu Einvernahmen kommen", erklärte Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, am Donnerstag im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Die Innsbrucker Anklagebehörde ist mit möglichen strafrechtlichen Konsequenzen des Corona-Ausbruchs im Tiroler Paznauntal, das weit über Österreich hinaus für Schlagzeilen in den Medien gesorgt hat, befasst. Wer einvernommen wird, wollte man in Innsbruck nicht preisgeben.

Der Verbraucherschutzverein (VSV) mit Obmann Peter Kolba hat hingegen erste Klagen auf dem Zivilrechtsweg gegen die Republik Österreich eingebracht. Parallel zu den Ermittlungen der Innsbrucker Staatsanwaltschaft beschäftigt sich auch eine vom Tiroler Landtag eingesetzte Kommission mit den Vorgängen in Ischgl im März und der Frage, ob rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden oder aus Rücksicht auf den Tourismus im Ort seitens der Landespolitik Maßnahmen zu spät gesetzt wurden.

1.000 Betroffene haben sich dem Verfahren angeschlossen

"Die Ermittlungen werden konkreter", erläutert der Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Dem Justizministerium werde regelmäßig über den Stand des Verfahrens berichtet, wird erläutert. Im Frühsommer hat es einen ersten Zwischenbericht der Anklagebehörde zu der Causa gegeben.

Inzwischen ist der Ermittlungsakt vom Umfang her beträchtlich gewachsen. Der Akt umfasst laut Staatanwaltschaft inzwischen 21 Bände. Pro Band seien es jeweils rund 500 Seiten, macht in Summe mehr als 10.000 Seiten. Dafür wurden in den vergangenen Monaten vor allem Unterlagen gesammelt und gesichtet. Dem Verfahren haben sich laut Auskunft der Innsbrucker Staatsanwaltschaft mittlerweile auch 1.000 Personen als Privatbeteiligte im Zusammenhang mit der Causa Ischgl angeschlossen.