Mit 5.627 Neuinfektionen in 24 Stunden ist in Österreich ein erneuter Corona-Höchstwert erreicht worden. Erstmals wurde die 5.000er-Marke übertroffen und das auch noch deutlich, wie die am Freitag veröffentlichten Zahlen des Gesundheits- und Innenministerium zeigen. Damit lag man um mehr als 1.000 Fälle über den am Donnerstag registrierten Neuerkrankungen, wobei diese 4.453 bereits einen Höchstwert dargestellt hatten.

Bis Freitag wurden in Österreich 99.576 Fälle registriert, wovon 1.082 (plus 25) verstorben und 64.987 (plus 1.621) wieder genesen sind.

Derzeit befinden sich 1.803 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung und davon 263 der Erkrankten auf Intensivstationen. Am Vortag waren dies 1.692 bzw. 248. Die meisten Neuinfektionen wurden mit 1.302 Fällen in Oberösterreich gemeldet, Wien folgt mit 906 und Niederösterreich mit 876 neu gemeldeten Corona-positiven Tests.

Laut den am Freitag veröffentlichten Indikatoren zur Risikoeinstufung für die Corona-Ampel ist die Auslastung der Intensivbetten in Österreich innerhalb einer Woche um vier Prozentpunkte gestiegen. Am Mittwoch der Vorwoche waren 7,3 Prozent der Betten belegt, diesen Mittwoch waren es 11,2 Prozent. In absoluten Zahlen nahm der Belag durch Covid-19-Intensivpatienten in diesem Zeitraum von 147 auf 224 zu. Die höchste Auslastung gab es mit 21,6 Prozent in Vorarlberg.

Neue Maßnahmen wird die Bundesregierung am Samstag verkünden, einige Verschärfungen dürften geplant sein. Am Freitag wurde bereits bekannt, dass die telefonische Krankschreibung mit 1. November wieder umfassend möglich sein wird. Zuletzt war sie nur noch bei Corona-Symptomen möglich.

Eindämmung "oberste Prämisse"

Österreich verstärkt kommendes Wochenende seine Grenzkontrollen. Angesichts des gesteigerten Ausreiseverhaltens vergangenes Wochenende an den Grenzübergängen zu Slowenien und Italien und mit dem Ende der Herbstferien sei "mit einer hohen Einreisefrequenz zu rechnen", teilte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Freitag mit. Die Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sei "hierbei oberste Prämisse."

Die Präsenz der Polizei werde an den Grenzübergängen verstärkt, um gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden Kontrollen durchzuführen. Vom vergangenen Freitag bis Dienstag kam es zu insgesamt 223.120 Grenzkontrollen - bei 119.623 Kontrollen wurde ein Gesundheitscheck durchgeführt, davon "musste 136 Personen die Einreise aufgrund der Covid-19-Einreiseverordnung durch die Gesundheitsbehörde verweigert werden und 1.324 Personen mussten sich im Zuge der Einreise in Heimquarantäne begeben".

Neben der Coronavirus-Pandemie verwies Nehammer auch auf den "anhaltenden Migrationsdruck". Erst Mitte Oktober 2020 wurde beschlossen, dass die Binnengrenzkontrollen an Österreichs Grenzen zu Slowenien und Ungarn bis 11. Mai 2021 verlängert werden.

Deutschland hat wegen steigender Coronavirusinfektionszahlen ganz Österreich zum Risikogebiet erklärt. Am Freitag nahm Berlin auch Kärnten auf die Rote Liste. Die Maßnahme tritt am Samstag in Kraft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte. Dann müssen aus Österreich Einreisende für 14 Tage in Quarantäne, können diese aber mit einem negativen COVID-19-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, auch umgehen. Ausgenommen sind nur das Kleinwalsertal und Jungholz. (apa)