Die derzeit durch das Gesundheitsministerium wegen etwaiger Mängel überprüften CPA-Masken, die den Kriterien von FFP2-Masken entsprechen, sind auch in Niederösterreich eingesetzt worden. "Die Masken werden derzeit geprüft und die Einrichtungen wurden informiert, dass sie vorerst nur als Mund-Nasen-Schutz verwendet werden dürfen", teilte nun auch das Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Mittwoch mit.

Auch aus Oberösterreich, der Steiermark, Wien, Salzburg und Tirol wurde gemeldet, dass zehn Millionen vom Bund im August und September ausgelieferte KN95-Masken in den Bundesländern im Umlauf sind, die Abweichungen vom FFP2-Standard aufweisen könnten. Man habe die Einrichtungen darüber informiert und sei wie in Niederösterreich um Ersatz bemüht. Die Masken der konkreten Charge werden auf eventuell fehlerhafte Exemplare durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen überprüft.

400 Einrichtungen in Oberösterreich möglicherweise betroffen

Oberösterreich habe von den möglicherweise schadhaften Masken rund 1,67 Millionen Stück bekommen und diese an insgesamt rund 400 Einrichtungen weitergegeben - darunter Alters- und Behindertenheime ebenso wie mobile Pflegedienste und stationäre Wohnungsloseneinrichtungen.

Ob es Cluster gibt, die möglicherweise damit in Zusammenhang stehen, könne man laut Krisenstab des Landes noch nicht seriös beurteilen. Derzeit gebe es nur die Vermutung, dass die Masken eine verminderte Filterleistung aufweisen, wurde betont. 

Auch von Seiten des Landes Steiermark wurde bestätigt, dass bei einzelnen Schutzprodukten einer Bundeslieferung aus dem Sommer 2020 mit der Losnummer SC20200045 der Durchlass größer als erlaubt war. Falls die Prüfung des Bundes negativ ausfällt, werden die Masken vom Land Steiermark ersetzt.

Keine Engpässe bei FFP2-Masken in Wien

In Wien umfasse die georderte Tranche dieser Charge 2,14 Millionen. Stück, teilte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Mittwoch auf APA-Anfrage mit. Bisher sei nur ein Teil davon im Sozial- und Pflegebereich im Umlauf. Engpässe, indem man die Masken zumindest vorübergehend aus dem Verkehr zieht, entstünden aber nicht. Denn durch große Lagerbestände könne man die fehlende Menge problemlos ausgleichen, sagte der Sprecher.

"Ob es dadurch zu vermehrten Infektionen gekommen ist, kann nicht gesichert bestätigt, aber auch nicht ausgeschlossen werden", hieß es Tirol auf APA-Anfrage. Die nunmehrige Erkenntnis ging laut Land auf den Betreiber eines Wohn- und Pflegeheimes zurück, der eigenständig eine Prüfung veranlasste. Das Erstergebnis sei dann umgehend an den Bund gemeldet worden, der Einrichtungen wie Wohn- und Pflegeheime in Tirol mit Schutzmasken (wie FFP2-Masken) ausrüstete. Das Land sei ausschließlich für die Logistik bzw. Verteilung in Tirol verantwortlich.

Der Bund habe Ersatzmaterialien entsprechend des Bedarfs in Aussicht gestellt. Auch vonseiten des Landes würden derzeit weitere Möglichkeiten geprüft, um die Einrichtungen in Tirol "schnell und zuverlässig mit Ersatzschutzausrüstung auszustatten und diese schnellstmöglich an die einzelnen Bedarfsträger zu liefern", wie es hieß.

Salzburg meldete als erstes mögliche Mängel

Im Bundesland Salzburg dürfen FFP2-Masken des Bundes, die vom Land am 28. Oktober an Pflege- und Sozialeinrichtungen verteilt worden sind und nicht die Produktionslosnummer SC20200040 aufweisen, laut Gesundheitsministerium derzeit ebenfalls lediglich als Mund-Nasen-Schutz verwendet werden. "Wir haben unsere Träger der Einrichtungen umgehend darüber informiert", erklärte Landeshauptmannstellvertreter Heinrich Schellhorn (Grüne) in einer Aussendung.

Von den mehr als 600.000 Schutzmasken, die der Bund dem Land zur Verfügung gestellt habe, seien bereits über 150.000 an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflege- und Sozialeinrichtungen ausgegeben worden, hieß es aus dem Büro des Sozialreferenten. Denn der Teil der Schutzmasken mit einer anderen Produktionsnummer als der genannten sei nicht ausreichend überprüft worden.

Bis voraussichtlich Ende der Woche werde man vom Bund weitere Informationen zur Prüfung bekommen, hieß es aus Salzburg. "Das Land Salzburg hat aber ausreichend Lagerbestände an zertifizierten FFP2-Masken", versicherte Schellhorn. Zudem habe der Bund im Bedarfsfall eine sofortige Ergänzung aus seinen Beständen zugesagt. In den kommenden Tagen werden wieder FFP2-Masken an Pflege- und Sozialreinrichtungen verteilt, es handle sich dabei ausschließlich um zertifizierte FFP2-Masken, die aus einem anderen Lagerbestand des Landes kommen, erklärte eine Sprecherin von Schellhorn auf APA-Anfrage. (apa)