"Wir sind halt die Ersten." Peter Höll, Amtsleiter in der Gemeinde Annaberg-Lungötz im Salzburger Tennengau, nimmt den Umstand, dass der 2.231 Einwohner zählende Ort am Großskigebiet Dachstein-West österreichweit die Vorreiterrolle bei den Corona-Massentests der Bevölkerung übernimmt, pragmatisch-gelassen. Am Dienstag ist die Bevölkerung von 8 bis 18 Uhr aufgerufen, sich im Feuerwehrhaus Annaberg testen zu lassen, am Mittwoch dann im Feuerwehrhaus Lungötz. Mit zuletzt 51 Corona-Infizierten und vor allem wegen des laut Land Salzburg "dramatischen Werts" bei der Sieben-Tages-Inzidenz mit 2.017 war man österreichweit eines der Infektionszentzenten.

"Jetzt hat es uns voll erwischt", meint Bürgermeister Martin Promok. Bisher war die Tourismusgemeinde vor allem als Einstieg in die Dachstein-West-Skischaukel und in den vergangenen Jahren vor allem auch als Heimatort von Skistar Olympiasieger Marcel Hirscher weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.

Test kommt ohne Anmeldungen aus

Ein wesentlicher Unterschied zu den Massentests in den Bundesländern besteht allerdings. In Annaberg-Lungötz ist keine Anmeldung erforderlich. Die Massentests in ganz Österreich würden ohne vorherige Online-Anmeldung wohl im Chaos mit langen Menschenschlangen enden.

In Annaberg-Lungötz erinnert die Gemeinde lediglich ausdrücklich an das Mitnehmen der E-Card und eines Lichtbildausweises. Unmittelbar nach dem Schnelltest kann die getestete Person nach Hause gehen und wird dann bei einem positiven Test telefonisch informiert und erhält dann noch für denselben Tag einen zweiten Testtermin ab 19 Uhr.

Amtsleiter Höll schildert den Ablauf: "Drei Teststraßen werden eingerichtet", erläutert er. Das Rote Kreuz ist eingebunden, die Freiwillige Feuerwehr vor allem für den Ordnerdienst. Neben den Blaulichtorganisationen sind Landessanitätsrat, Katastrophenschutz und Bezirkshauptmannschaft beim Salzburger Massentest-Probegalopp eingebunden.

Der Bürgermeister wirbt für die Teilnahme an dem Gratis-Test, weil damit die Möglichkeit geboten werde, die Corona-Infektionsketten zu unterbrechen. Eingeladen zu den Tests sind in Annaberg-Lungötz Personen ab dem zehnten Lebensjahr, Eltern können aber auch jüngere Kinder für einen Test mitbringen.

Wie viele Einwohner mitmachen werden, sorgt im Gemeindehaus selbst noch für Rätselraten. Wegen des derzeit geltenden Lockdowns habe man einfach weniger Kontakt zu den Bürgern, erläutert der Amtsleiter.