Der steirische "Wutbauer" Christian Bachler aus Krakau nahe Murau hat nach einem Spendenaufruf nun mehr als 400.000 Euro erhalten und kann seinen Hof retten. Er sei "überglücklich" und warte nun, "ob alles nur ein Traum war". Bachler hatte im März 2019 in einem Facebook-Video Kritik an "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk geübt, der das sogenannte Kuh-Urteil verteidigt hatte. Im Juni 2019 machte Klenk auf Bachlers Bauernhof ein "Praktikum", nun rettete er ihn vor dem Ruin.

Bachler war mit seinem Video als "Wutbauer" bekannt geworden und aus der Kritik an Klenk ergab sich durch das "Praktikum" offenbar eine Freundschaft. Als der Landwirt vor einigen Tagen öffentlich machte, dass eine Zwangsversteigerung seines Anwesens bevorstehe, rief Klenk zum Spenden auf. Innerhalb weniger Tage wurden so - teils auch durch Großspender - mehr als 400.000 Euro gesammelt. Bachler verkaufte auch Teile seines Besitzes, wodurch der Hof nun schuldenfrei und gerettet ist.

Drei Stiere schlachten als Dank

Bergbauer Bachler bewirtschaftet auf 1.450 Meter Seehöhe den wohl höchstgelegenen Hof in der Steiermark. Für den Hof hat Bachler nun Medienberichten zufolge viele Ideen, er will Bio-Landwirtschaft ohne Abhängigkeit betreiben: "Ich denke an Seminarräumlichkeiten, möchte Kurse anbieten, eine Rinderherde mit alten Rassen und so weiter. Jetzt geht es erst richtig los", sagte er während der Spendenaktion zur "Kleinen Zeitung".

Als Dank will der Landwirt drei Stiere aus seinem Stall schlachten, das Fleisch verkaufen und den Erlös spenden. Dieser solle der Selbstmord-Prävention im ländlichen Raum zugutekommen.

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte heuer das Urteil des Innsbrucker Oberlandesgerichts (OLG) im Falle einer tödlichen Kuhattacke auf eine 45-jährige Deutsche im Tiroler Pinnistal im Jahr 2014 bestätigt. Demnach traf die zu Tode getrampelte Hundebesitzerin sowie den Landwirt jeweils eine Teilschuld. "Das Urteil hat in der Almwirtschaft starke Irritationen ausgelöst", sagte Schwärzler. Es sei wichtig gewesen, dass die Politik rasch mit einer Gesetzesänderung reagiert habe. Dennoch seien manche Bauern weiterhin verunsichert und würden mitunter über Wegsperren nachdenken. "Hier ist Dialog nötig", meinte der Bundesobmann der Almwirtschaft. (apa)