Schnee und Regen haben seit Sonntagfrüh zu mehr als 300 Feuerwehreinsätzen in ganz Kärnten geführt. Wie die Landesalarm- und Warnzentrale am Montag auf APA-Anfrage mitteilte, standen mehr als 2.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Montagfrüh waren noch zahlreiche Straßen gesperrt, 3.000 Haushalte waren ohne Strom.

Laut Informationen von Josef Stocker, Sprecher des Landesenergieversorgers Kelag, waren besonders im Oberen Mölltal und im Lesachtal Störungen aufgetreten: "In der Nacht sind einige neue Fälle dazugekommen." Das Problem sei, dass man zu einigen betroffenen Stellen gar nicht hinkomme, weil die Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt sind. Für Montag waren vorerst keine Niederschläge vorhergesagt, weshalb Stocker damit rechnet, dass man die meisten Probleme in den Griff bekommen wird.

Starkregen und Lawinen

War es im Westen Kärntens Schneefall, so hielt in Unterkärnten Regen die Einsatzkräfte auf Trab. Im Gemeindegebiet von Flattach (Bezirk Spittal an der Drau) gingen mehrere Nassschneelawinen und Muren ab, acht Häuser musste evakuiert werden. Eine Lawine ging auch in Heiligenblut ab, sie beschädigte ein unbewohntes Ferienhaus.

Auf der Ossiacher Tauern Landesstraße (Bezirk Feldkirchen) kam es zu einem Murenabgang, bei dem die gesamte Straße verlegt wurde. In den Gemeinden Lendorf, Lurnfeld und Sachsenburg (Bezirk Spittal an der Drau) wurden Straßen überflutet, in Sachsenburg war auch ein Wohnhaus betroffen.

Lesachtal abgeschnitten

Gesperrt waren Montagfrüh neben Bergstraßen auch einige Hauptverkehrsverbindungen. So waren die Großglockner Straße (B107) und die Mölltal Straße (B106) an mehreren Stellen wegen Lawinengefahr und Schneebruchs nicht befahrbar. Von der Außenwelt abgeschnitten war weiterhin das Lesachtal, die Straße ab Kötschach-Mauthen war ausschließlich für Einsatzfahrzeuge befahrbar. Kein Durchkommen gab es auch am Iselsberg zwischen Kärnten und Osttirol und am Plöckenpass in Richtung Italien, auf zahlreichen weiteren höhergelegenen Straßen galt Kettenpflicht.

In den stark vom Schneefall betroffenen Regionen - also dem Möll-und Lesachtal - blieben am Montag die Schulen geschlossen. Der Schulweg sei zu gefährlich, argumentierten die Bürgermeister. (apa)