Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Österreich weiter zurückgegangen. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben sich laut Gesundheits- und Innenministerium 1.429 Menschen mit SARS-CoV-2 angesteckt. Damit lag die Zahl sogar unter dem Sieben-Tages-Durchschnitt von 1.896, was angesichts der Feiertage nicht überraschend ist. Bei 17.384 eingemeldeten Tests innerhalb eines Tages waren 8,2 Prozent positiv. Am Stefanitag hat in Österreich der dritte Lockdown begonnen.

Ab 26. Dezember bis inklusive 17. Jänner sind Privat-Treffen nur noch eingeschränkt erlaubt. Mehrere Personen aus einem Haushalt dürfen bloß eine Person aus einem anderen treffen. Ausgangsbeschränkungen gelten wieder rund um die Uhr. Man darf nur aus bestimmten Gründen das Haus verlassen, etwa um zur Arbeit zu kommen, anderen zu helfen, einzukaufen, spazieren zu gehen, Tiere auszuführen oder Outdoor-Sport zu betreiben. Erneut wird der Handel sowie körpernahe Dienstleistungen wie etwa Friseure geschlossen. Nach dem 17. Jänner gibt es Lockerungen nur für jene, die sich davor auf das Corona-Virus getestet haben.

Der Lockdown soll vor allem den im Herbst rasanten Anstieg weiter mindern. Am 13. November wurde noch ein Höchstwert von 9.586 Neuinfektionen registriert. Daraufhin haben auch die Zahlen der Hospitalisierten und der Verstorbenen stark zugenommen.

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden sind 60 Menschen in Österreich an oder mit dem Coronavirus verstorben. Insgesamt überlebten 5.843 Menschen die Folgen einer Infektion nicht. Der Sieben-Tages-Durchschnitt liegt noch bei 90,6 Toten.

Derzeit befinden sich 2.455 mit einer Corona-Infektion im Spital, das ist ein Patient mehr als noch am Christtag. Auf den Intensivstationen des Landes lagen am Stefanitag 431 Patienten mit Covid-19, das sind um 22 mehr als noch tags zuvor. Am 25. November wurde der Höchstwert an Intensivpatienten gemessen, da mussten 709 intensivmedizinisch behandelt werden.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich 350.484 Menschen in Österreich mit SARS-CoV-2 angesteckt. 320.753 haben sich von einer Infektion wieder erholt. Derzeit laborieren 23.888 an einer Infektion (Stand: Stefanitag 9.30 Uhr), das sind 1.230 weniger als noch am Christtag. Die Sieben-Tage-Inzidenz - Zahl der Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner - ging weiter zurück von 158,9 auf 149,1.

Die meisten Neuinfektionen wurden in den vergangenen 24 Stunden in Niederösterreich mit 334 gemessen, gefolgt von Wien mit 301, Oberösterreich mit 233, Salzburg mit 178, Steiermark mit 116, Tirol mit 91, Vorarlberg mit 65, Kärnten mit 59 und Burgenland mit 52 Neuansteckungen.

Neue Variante nun auch in Spanien nachgewiesen

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante ist nun auch in Spanien nachgewiesen worden. In Madrid sei die Mutation bei vier Menschen festgestellt worden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister der Hauptstadtregion, Antonio Zapatero, bei einer Pressekonferenz am Samstag. Alle vier Infizierten seien kürzlich aus dem Vereinigten Königreich eingereist.

Keiner der vier Infizierten habe schwere Symptome, sagte Zapatero. "Wir wissen, dass diese Variante leichter übertragbar ist, aber sie führt nicht zu schwereren Erkrankungen." Es gebe keinen Grund zur Besorgnis. Bei drei weiteren Verdachtsfällen stünden die Testergebnisse noch aus.

Die britische Regierung hatte am vergangenen Wochenende darüber berichtet, dass sich in Teilen Englands eine Variante von SARS-CoV-2 ausgebreitet habe, die deutlich ansteckender sein könnte als die Ursprungsvariante. Dies hatte weltweit Besorgnis ausgelöst. Mehr als 50 Staaten verhängten Einreisestopps gegen Großbritannien. Spanien erlaubt seit Dienstag nur noch den eigenen Landsleuten sowie Menschen mit Wohnsitz in Spanien die Einreise aus Großbritannien.

Am Donnerstag war ein erster Fall der Virus-Mutation in Deutschland entdeckt worden. In der Nacht auf Samstag meldeten auch die französischen Behörden einen ersten Infektionsfall mit der Coronavirus-Variante.

Experten gehen davon aus, dass der inzwischen EU-weit zugelassene Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auch gegen die neue Virus-Variante wirksam ist. Am Samstag trafen vielerorts in der EU die ersten Dosen des Impfstoffs ein. In Spanien wurde die erste Lieferung in Guadalajara entgegengenommen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Von dort sollen die Dosen in die 17 autonomen Regionen verteilt werden. Die EU-weite Impfkampagne startet am Sonntag.

14.455 Neuinfektionen in Deutschland am ersten Weihnachtstag

Die deutschen Gesundheitsämter haben am ersten Weihnachtstag insgesamt 14.455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 240 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekannt gab. Da das RKI während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete, sind diese Zahlen aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar.

Am vergangenen Samstag (19.12.) war mit 31 300 Neuinfektionen binnen eines Tages einer der bisher höchsten Werte erreicht worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am Mittwoch vergangener Woche (16.12.) registriert worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag Samstag früh bei 171. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Samstag Sachsen mit 404 und Thüringen mit 303, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 83.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.627.103 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand: 26.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Samstag auf 29.422. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.223.700 an.

Mehr als drei Millionen Infektionen in Russland

In Russland ist die Zahl der Corona-Infizierten seit Beginn der Pandemie über die Marke von drei Millionen gestiegen. Das geht aus der am Samstag in der Hauptstadt Moskau veröffentlichten offiziellen Statistik hervor. Demnach gab es landesweit binnen eines Tages 29.200 Neuinfektionen. Mehr als 54.200 Menschen starben bisher mit dem Virus - mehr als 560 Todesfälle gab es allein innerhalb von 24 Stunden.

Den Behörden zufolge sind Moskau und die Hafenstadt St. Petersburg im Norden des Landes am stärksten betroffen. Die Regierung hofft, mit den von russischen Forschern entwickelten Impfstoffen die Pandemie in den Griff zu bekommen. Seit Anfang des Monats laufen die Impfungen mit dem Wirkstoff "Sputnik V", der als weltweit erster Corona-Impfstoff trotz Bedenken internationaler Forscher für eine breite Anwendung freigegeben wurde. Den Behörden zufolge wurden bisher mehr als 300.000 Menschen damit geimpft.

Das Gesundheitsministerium erteilte dem Staatsfernsehen zufolge nun die Freigabe, dass auch Menschen über 60 Jahre "Sputnik V" erhalten können. Vor mehr als einer Woche hatte der 68 Jahre alte Kremlchef Wladimir Putin gesagt, dass er sich noch nicht impfen lassen könne, weil "Sputnik V" nur für Menschen bis 60 zugelassen sei.

In Russland sind bereits zwei Corona-Impfstoffe für Menschen freigegeben worden. Weitere sind in der Entwicklung.(apa/dpa/reuters)