Am frühen Nachmittag haben sich laut Polizei etwa 100 Personen vor der Oper in Wien versammelt, um an einer - eigentlich untersagten - Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen teilzunehmen. Die Teilnehmer hielten sich an die entsprechenden Auflagen, weshalb die Exekutive nicht einschritt, sagte Polizeisprecherin Barabara Gass.

Vier Versammlungen von Corona-Gegnern waren für dieses Wochenende in Wien angemeldet gewesen. Drei davon waren von der Polizei untersagt worden. Der verbliebene "Spirituelle Rundgang für ein segensreiches, glückliches Neujahr", der für Samstagnachmittag geplant war, wurde von der Organisatorin am Freitagabend selbst abgesagt." Am Gestade war dann auch tatsächlich niemand zu sehen.

Bei der Oper ließen sich die Aktivisten nicht vom Verbot abhalten, was den ursprünglichen Organisatoren eine Anzeige einbringen wird. Sollten die Demonstranten der ursprünglichen Route folgen, dürften sie über den Ring bis zur Schlusskundgebung am Stephansplatz marschieren. Statt der angemeldeten 500 bis 1.000 Personen hatte sich laut Polizei lediglich ein Bruchteil eingefunden.

1.500 in Vöcklabruck, 600 in Linz

In Oberösterreich sind Freitagnachmittag und -abend 2.100 Kritiker von Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. In Vöcklabruck nahmen laut Polizei ab 20 Uhr 1.500 Personen an einer nicht genehmigten Kundgebung teil. In Linz gingen 600 Personen vom Ars Electronica Center zum Hauptplatz "spazieren" und hielten dann dort ab 17 Uhr eine Demonstration ab. Auch wenn beide Veranstaltungen allgemein friedlich verliefen, gab es Anzeigen und Festnahmen.

Für Freitag 20 Uhr hatte der Corona-Widerstand in sozialen Medien zu dem Spaziergang nach Vöcklabruck geladen. Der Aufruf "je mehr, desto besser!" war offenbar erfolgreich, denn es versammelten sich 1.500 Personen zwischen 20 Uhr und 21.15 Uhr in der Bezirksstadt. Nachdem nicht alle den Mindestabstand einhielten oder eine Maske trugen, zeigte die Polizei 68 Personen an. Weiters gab es zwei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, da die Kundgebung nicht angemeldet war. Außerdem wurden auch Teilnehmer festgenommen, da sie sich aggressiv verhalten hätten, sowie drei zur Feststellung ihrer Identität, informierte die Polizei.

Bei der Demo in Linz mit rund 600 Teilnehmern wurde am frühen Abend eine aggressive Demonstrantin verhaftet. Und nachdem sich 39 Corona-Kritiker weigerten, trotz Aufforderung von Polizisten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, und auch kein Attest zur Befreiung vorweisen konnten, wurden sie nach den Covid-19-Bestimmungen angezeigt. (apa)