Ein Erdbeben mit der Magnitude 4,7 hat am Mittwoch um 8.30 Uhr viele Bewohner im Raum Admont in der Obersteiermark wohl noch am Frühstückstisch überrascht. Das Epizentrum lag sechs Kilometer westlich von Admont (Bezirk Liezen) und in etwa acht Kilometer Tiefe. Das Beben wurde von Bewohnern nahe des Epizentrums sehr deutlich gespürt, Tische wackelten und Kastentüren mit Magnetverschlüssen sprangen auf, hieß es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Ein Beben dieser Stärke kommt in Österreich nur etwa alle vier bis fünf Jahre vor. Es dürfte in weiten Teilen Österreichs gespürt worden sein, dennoch waren die Bewegungen beispielsweise in Graz nicht so stark zu bemerken wie beim Beben Ende Dezember in Kroatien.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat die Magnitude des Erdbebens nahe Admont in der Obersteiermark nach genauer Prüfung im Laufe des Mittwochs von 4,5 auf 4,7 nach oben korrigiert. Im Pfarrhof der Wallfahrtskirche Frauenberg gingen Fenster kaputt und Teile der Deckenmalerei bröckelten ab.

Mario Brandmüller vom Benediktinerstift Admont schilderte im APA-Gespräch, dass es ordentlich gerüttelt habe: "Wir saßen im zweiten Stock und haben zuerst an eine Dachlawine gedacht." Bilder fielen von den Wänden, die Computer-Monitore und Lampen wackelten, sagte er.

Noch am Vormittag hatte ein Baumeister mit der Begutachtung begonnen: Für die weltberühmte Klosterbibliothek sowie die Kirche beim Stift gab es vorerst Entwarnung, da seien bisher keine Schäden bemerkt worden. Doch den Pfarrhof der wenige Kilometer entfernt liegenden Wallfahrtskirche Frauenberg hat es laut Brandmüller schwer getroffen: Fensterschreiben seien zerbrochen und Deckenmalereien bröckelten ab. Der Baumeister begutachte erst die ganzen Schäden. Der Pfarrhof, er schließt direkt an die Kirche an, sei deshalb so schwer getroffen, weil das Gotteshaus nahezu über dem Epizentrum, das auf der Plesch (Pleschberg mit 1.720 Meter Höhe, Anm.) war, stehe, erklärte Brandmüller.

Beben dieser Stärke in Österreich selten

Ein Beben dieser Stärke kommt in Österreich nur etwa alle vier bis fünf Jahre vor, hieß es von der ZAMG. Es war in weiten Teilen Österreichs zu spüren, dennoch waren die Erdstöße beispielsweise in Graz nicht so stark zu bemerken wie beim Beben Ende Dezember in Kroatien.

Das lag wohl an der eher geringen Tiefe von acht Kilometer, schilderte die Erdbeben-Expertin der ZAMG, Fee-Alexandra Rodler, im APA-Gespräch. Sie sagte, dass bis 14.30 Uhr knapp 2.000 Wahrnehmungsmeldungen bei der ZAMG eingetroffen sind. Schäden an Gebäuden meldeten ihr zufolge vorerst nur wenige Menschen. (apa)