In einem Mehrparteienhaus in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) hat sich Freitagfrüh aus vorerst unbekannter Ursache eine Explosion ereignet. Laut Sonja Kellner, der Sprecherin des Roten Kreuzes Niederösterreich, wurden gegen 9.30 Uhr drei Personen mit leichten Blessuren und ein Schwerverletzter gezählt. Ein Mann galt als vermisst, er wurde am frühen Abend tot geborgen. Er lag unter den Trümmern, teilte Feuerwehrsprecher Franz Resperger mit. Das Opfer soll 60 Jahre alt sein. Nach Angaben von Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando stand das Gebäude in Vollbrand. Etwa 150 Helfer bekämpften die Flammen.

Die Explosion habe sich kurz vor 8.00 Uhr ereignet, sagte Stefan Spielbichler von Notruf Niederösterreich. Das obere Stockwerk des Objektes wurde teilweise weggerissen. Neben den Crews von "Christophorus 3" und "Christophorus 9" waren auch Notärzte, Rettungshunde, und der Katastrophenhilfszug der Feuerwehr in Langenzersdorf im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr und die Berufsrettung Wien entsandten ebenfalls Helfer. An Ort und Stelle war außerdem ein Polizeihubschrauber.

"Völlig verwüstet"

Die Verletzten wurden laut Kellner in drei unterschiedliche Krankenhäuser gebracht. Als aufnehmende Kliniken galten Korneuburg, Stockerau sowie das SMZ-Ost in Wien. Acht weitere Personen wurden im Langenzersdorfer Gemeindesaal vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.

Resperger zufolge wurden die Wohnungen im dritten und vierten Stock des Objektes "völlig verwüstet". Die Feuerwehr bot mehrere Drehleitern auf. Möglich war vorerst nur ein Außeneinsatz. "Ein Innenangriff ist zu gefährlich" verwies Resperger auf die drohende Einsturzgefahr. Eine Person wurde mittels Leiter gerettet. Ob sich weitere Menschen in dem Mehrparteienhaus befinden, könne man derzeit nicht sagen, sagte Resperger am frühen Vormittag.

Das Gelände rund um das Objekt wurde großräumig abgesperrt. Kellner berichtete von aufsteigenden Rauchschwaden. Mehrere Personen würden sich außerhalb des abgesperrten Bereichs befinden. "Die Menschen sind alle sehr ruhig", betonte die Sprecherin.

Bürgermeister Andreas Arbesser (ÖVP) gab im Gespräch mit der APA an, das Geschehen "als fürchterlich" zu empfinden. Das Obergeschoß des Mehrparteienhauses sehe aus "wie nach einem Bombentreffer". Die im Gemeindesaal untergebrachten Personen würden "mit dem Notwendigsten versorgt". Nach der Beseitigung der Flammen liege ein Hauptaugenmerk auf der statischen Sicherung des Objekts, blickte Arbesser voraus. (apa)