Der Bezirk Jennersdorf ist bei der Sieben-Tage-Inzidenz wieder unter die kritische 400er-Marke gesunken. Laut dem Koordinationsstab Coronavirus betrug sie am Freitag 356,8, hieß es zur APA. Bezirkshauptmann Hermann Prem führt die Senkung teils auf Datenbereinigungen zurück. Die Zahlen bleiben unter Beobachtung, hingewiesen wird auch auf das Testangebot. Die Auslastung der Intensivbetten im Burgenland stieg indes auf 63,2 Prozent laut AGES - österreichweit der höchste Wert.

Der südlichste Bezirk des Burgenlandes hatte am Mittwoch einen Wert von 491,3 aufgewiesen und lag damit deutlich über 400. Liegt die Inzidenz über sieben Tage hinweg über 400, sind Ausreisebeschränkungen zu verordnen, erklärte eine Sprecherin des Koordinationsstabs. Die entsprechenden Verordnungen laut dem Bundeserlass für zusätzliche Maßnahmen in Hochinzidenzgebieten befanden sich bereits in Planung. Ob und in welchem Umfang aber tatsächlich Ausreisebeschränkungen kommen, hängt von der weiteren Entwicklung ab. Im Bezirk gibt es in Heiligenkreuz ein Testzentrum (BITZ), außerdem gibt es Gemeindeimpfstraßen und den mobilen Testbus, dessen Stationen an die Hotspots angepasst werden.

Bezirkshauptmann Prem erklärte gegenüber der APA, dass die Inzidenz von 491,3 am Mittwoch auf 432,8 am Donnerstag fiel - dies sei teilweise mit einer Datenbereinigung zu erklären. Dass die Infektionszahlen aber viel zu hoch sind, daran sei nicht zu rütteln. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist noch nicht klar, ob und in welchem Umfang Ausreisebeschränkungen kommen", so Prem. Anfang nächster Woche werde eventuell eine Entscheidung fallen, verwies er auf weitere Beratungen. Hotspot im Bezirk ist die Gemeinde Minihof-Liebau, dort wurde die Volksschule inzwischen geschlossen. Auch eine Betreuungseinrichtung für ältere Menschen habe freiwillig für 14 Tage zugesperrt, so Prem.

Burgenlandweit wurden unterdessen am Freitag 110 Neuinfektionen und zwei Todesfälle mit dem Coronavirus vermeldet. Eine 79-jährige Frau aus dem Bezirk Oberpullendorf und ein 68-jähriger Mann aus dem Bezirk Oberwart sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. In den burgenländischen Spitälern werden aktuell 73 Erkrankte isoliert behandelt, davon 15 intensivmedizinisch. Die Auslastung der Intensivstationen beläuft sich damit laut dem AGES Dashboard auf 63,2 Prozent. Auch die Auslastung bei den Normalbetten ist im Burgenland mit 46 Prozent am höchsten im Österreich-Vergleich. Die Covid-19-Schutzimpfung haben 21.099 Personen bekommen, 6.030 davon bereits die zweite Dosis. (apa)