Nach dem Winter ist in Tirol vor der Almsaison - und damit wird auch die Diskussion um den Umgang mit Wölfen wieder Einzug halten. Im vergangenen Jahr zählte man zehn unterschiedliche Wölfe, dabei waren die männlichen Tiere mit acht Exemplaren deutlich in der Überzahl. 250 gerissene und vermisste Schafe und Ziegen stehen in Zusammenhang mit sogenannten großen Beutegreifern, teilte das Land am Donnerstag mit. Das Land will nun in Herdenschutzprojekte investieren.

Für die Jahre 2020/2021 steht dafür eine Million Euro bereit. Das Land unterstützt bei Projekten auf Schafalmen mit der Planung der Schutzmaßnahmen, der veterinärmedizinischen Betreuung, Infrastruktur, Organisation und klärt auch rechtliche Fragen. Dafür werde eine Planstelle für Herdenschutzpilotprojekte geschaffen und mehr Amtstierärzte beschäftigt. Insgesamt soll es in drei Abteilungen fünf zusätzliche Stellen geben, sagten Landesrat Josef Geisler (ÖVP) und Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne).

Verstärkte Zusammenarbeit mit Jägern

"Die großen Beutegreifer leben auch in Tirol und damit werden wir umgehen", stellte Felipe fest. Die Zusammenarbeit mit der Jägerschaft werde verstärkt: "Eine jagdfachlich sachverständige Person sowie eine Wildbiologin/ein Wildbiologe sollen unter anderem allfällige Besenderungs- oder Vergrämungsversuche koordinieren und begleiten sowie Informations- und Schulungsarbeit leisten", hieß es.

Neben dem Wolf treiben sich in Tirol aber auch andere große Beutegreifer herum. So wurden im vergangenen Jahr zwei Goldschakale und ein Luchs festgestellt. Im Grenzgebiet Garmisch/Außerfern (Bezirk Reutte) hatte sich ein Bär aufgehalten. Heuer wurde bereits ein Wolf fotografiert und ein Luchs nachgewiesen. (apa)