Noch ist die Corona-Impfung für Kinder bestenfalls in Sicht, aber längst nicht in Reichweite. Aber es gibt ja noch zahlreiche andere Krankheiten, gegen die sie immunisiert werden sollten. Und kaum eine Sache macht Kindern so viel Angst wie Nadeln, die unter die Haut gehen (wer bei der ersten Blutabnahme nicht wie am Spieß geschrien hat, werfe die erste Ampulle).

Die Kinderärztin Sibylle Mottl-Link weiß um diese Ängste und hat deshalb für den Loewe Verlag gemeinsam mit der Zeichnerin Friederike Schumann ein handliches Kinderbuch zum Thema Impfen geschrieben. Auf 26 Seiten erklären die beiden einerseits, wie Infektionen entstehen, warum Impfen wichtig ist und wie es schützt, und andererseits, mit welchen Tricks man den "kleinen Piks" (Zitat Dr. med. Mottl-Link) erträglicher machen kann. Da gibt es zum Beispiel die Wackelpudding-Übung: Mit der macht man den Arm möglichst weich, damit das Stechen weniger wehtut. Und die Ärztin gibt nicht nur den Kindern und ihren Eltern Tipps, sondern redet auch ihren Kolleginnen und Kollegen ins Gewissen, bloß nicht zu lügen und zum Beispiel zu behaupten: "Das tut überhaupt nicht weh." Ehrlichkeit ist angesagt im Impfdreieck Arzt/Kind/Spritze.

Es kann natürlich sein, dass auch nach der Lektüre des Büchleins die nächste Impfung trotzdem schmerzhaft ist. Aber wenigstens weiß der kleine Patient dann, welchen Sinn das Jaukerl hat. Und allein Schumanns lustige, bunte Bilder sind es wert, "Keine Angst vor dem kleinen Piks" aufzuschlagen.