Nach ihrer Umfrage unter Kinder und Jugendlichen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie widmen sich Salzburger Psychologen nun den "Corona-Babys". In ihrer neuen Studie wollen sie untersuchen, wie sich die Pandemie auf die Erfahrungen von Eltern mit ihren Kindern vor, während und nach der Geburt ausgewirkt hat. Die Umfrage richtet sich an Eltern von Kindern, die während der Covid-19-Pandemie geboren wurden.

"Uns interessieren die Meinungen, Gefühle und das Wohlbefinden der Eltern", erklärte Studienleiter Manuel Schabus vom Zentrum für Kognitive Neurowissenschaften der Universität Salzburg gegenüber der APA. Ziel sei es, den Anstieg an psychischer Belastung in Zeiten der Covid-19 Pandemie in dieser Bevölkerungsgruppe zu evaluieren, "denn diese Eltern erziehen die Sprösslinge der nächsten Generation".

Unterschiedliche Erfahrungen

Der Psychologe verweist auf die zusätzlichen Herausforderungen, mit denen werdende bzw. frischgebackene Eltern während der Pandemie konfrontiert waren bzw. sind. Dazu zählen etwa ein limitierter Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen und sozialer Unterstützung, erhöhtes Risiko von Gewalt in Partnerschaften, finanzielle Schwierigkeiten, eingeschränkter Zugang des Partners bei der Geburt, etc.

Schabus hat schon einige erste Kommentare von Eltern, die während der Pandemie ein Baby bekommen haben, und sie zeigen, wie unterschiedlich die Erfahrungen waren: "Ich hatte einen Kaiserschnitt und der Vater meines Kindes konnte nicht dabei sein! Keiner hat es verdient, die Geburt alleine durchstehen zu müssen. Es ist ein Moment der uns genommen wurde und den wir nie wieder bekommen werden." - "Dafür habe ich es sehr genossen keinen Besuch im Krankenhaus zu bekommen, außer der Partner! Ich finde das trägt einen wesentlich großen Beitrag zur Erholung nach der Geburt bei!" - "Ich mache mir Sorgen, dass durch diese Einschränkungen durch Covid mein Kind keinen Umgang zu anderen Kindern hat und dadurch kein soziales Empfinden entwickelt." (apa)