Die 16. "Lange Nacht der Kirchen" hat am Freitag mit deutlich weniger Veranstaltungen und Publikum als in normalen Jahren stattgefunden. Laut den Organisatoren haben sich an der ökumenischen Aktion fast 400 Kirchen mit 1.000 Veranstaltungen beteiligt. Die meisten waren wegen der Pandemie mit 50 Personen beschränkt. Dazu gab es per Streaming übertragene Events, etwa mit dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn und dem evangelisch-lutherischen Superintendenten Matthias Geist.

Motto der "Langen Nacht der Kirchen" war diesmal "heuer sicher anders". Eröffnet wurde sie kurz vor 18:00 Uhr mit österreichweitem Glockenläuten. Voriges Jahr war sie abgesagt worden.

"Mischung zwischen Nähe und Distanz finden"

In der Erzdiözese Wien beteiligten sich 137 Kirchen an der "Langen Nacht". Neben den geöffneten Kirchen sah das Programm auch mehrere Live-Streams vor. Anselm Grün gab Tipps für den Umgang mit aktuellen Themen wie der Unplanbarkeit und den Chancen, die sich durch Corona ergeben haben. "Sich selber aushalten zu können und eine richtige Mischung zwischen Nähe und Distanz zu finden, ist gerade in einer Krise wichtig" so der Ordensmann.

Der evangelische Superintendent Matthias Geist wies darauf hin, dass "echte Begegnungen auch in digitaler Form möglich sind, die Krise hat uns die Chance gegeben, neue Kommunikationsformen auch in unserer Arbeit zu integrieren, und zeigt sich auch in den vielen digitalen Angeboten der 'Langen Nacht der Kirchen'."

In einer lockeren Plauderei sprachen Dompfarrer Toni Faber und der Kabarettist Klaus Eckel "über Gott, Corona und die Welt": Was in der Lockdown-Zeit fehlte, ist vor allem Geselligkeit - das betrifft die Kirche genauso wie das Kabarett. Überhaupt fanden die beiden einige Parallelen. Beiden tut es etwa gut, wenn sie sich selber nicht ganz ernst nehmen - besonders, wenn sie einmal - z.B. in einem Interview - danebengreifen. Und beide versuchen, dem Leben zu dienen - jeder auf seine Weise, jeder auf seiner "Bühne". (apa, kap)