Schwere Hagelunwetter haben am Dienstagabend in Oberösterreich und Salzburg zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Betroffen waren vor allem der Flachgau und das oberösterreichische Seengebiet. "Ein einzelnes Schadensereignis wie noch nie in der Geschichte der Österreichischen Hagelversicherung", sagte dazu deren Chef Kurt Weinberger. Der Schaden belaufe sich allein in der oberösterreichischen Landwirtschaft auf 22 Millionen Euro.

Die Gewitterfront mit "bis zu hühnereigroßen Hagelschloßen" habe eine Fläche von 40.000 Hektar Acker-, Obst- und Gemüsekulturen sowie Grünland schwer geschädigt, so der oberösterreichische Landesleiter Wolfgang Winkler.

Die Unwetter zogen zunächst über Salzburg. Im Flachgau wurde in der Stadt Seekirchen (Bezirk Salzburg-Umgebung) der Schneepflug eingesetzt, um die Straßen vom Hagel freizubekommen. In der Gemeinde Thalgau wurde ein Hausdach abgedeckt. Zudem pumpten die Helfer zahlreiche Keller aus.

Die Gewitterfront mit "bis zu hühnereigroßen Hagelschloßen" hat 40.000 Hektar Kulturen verwüstet. - © Österreichische Hagelversicherung
Die Gewitterfront mit "bis zu hühnereigroßen Hagelschloßen" hat 40.000 Hektar Kulturen verwüstet. - © Österreichische Hagelversicherung

Autodächer zerstört

Die teilweise mehrere Zentimeter großen Hagelkörner zerstörten Getreide- und Blumenfelder und beschädigten Autoscheiben, Dächer und Hausfassaden. Auf der Westbahnstrecke musste kurz nach 19 Uhr bei Hallwang der Zugverkehr unterbrochen werden, nachdem umgestürzte Bäume die Oberleitung beschädigt hatten. Die ÖBB richteten einen Schienenersatzverkehr ein. Gegen 22.30 Uhr wurde der Verkehr wieder aufgenommen.

Am Wallersee suchten Wasserretter nach einem vermeintlich vermissten Schwimmer beim Strandbad Henndorf. Gegen 19 Uhr hatte ein Augenzeuge Alarm geschlagen, weil er eine in Not geratene Person rund 100 Meter vom Ufer entfernt im See vermutete. Die Retter suchten mit Booten den See ab, auch Taucher standen im Einsatz. Nachdem um 22 Uhr ein weiteres Gewitter aufzog und auch noch keine Vermisstenmeldung vorlag, wurde die Suche abgebrochen.

Am späten Abend verwüstete der Hagel vor allem im Innviertel und in den Bezirken Vöcklabruck und Gmunden Gärten und Felder, Glashäuser wurden zerstört, Dächer beschädigt. Über Mitternacht beruhigte sich die Lage etwas. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gab vorerst aber noch keine Entwarnung, sie erwartet vielmehr weitere Gewitter.

Das Bundeskanzleramt informierte am Mittwoch die APA, dass Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Mittwochvormittag mit den Landeshauptleuten von Salzburg und Oberösterreich telefoniert habe. Er habe Wilfried Haslauer und Thomas Stelzer dabei die Unterstützung des Bundes zugesichert.