Rund 4.700 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich werden in Kärnten bis zum Jahr 2030 benötigt. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Personalbedarf, die am Mittwochnachmittag bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt präsentiert wurde. Demnach werden auch rund 850 neue Kräfte im Medizinisch-Technischen Dienst benötigt. Wie Sozialreferentin Beate Prettner (SPÖ) sagte, sei vor allem die demografische Entwicklung verantwortlich für diesen Mehrbedarf.

Jährlich 400 statt 354 wären in der Ausbildung notwendig

 

Konkret gibt es bis zum Jahr 2030 wegen Pensionierungen in der Pflege einen Ersatzbedarf von 3.075 Mitarbeitern (1.840 in Krankenanstalten und 1.235 in der Langzeitpflege). Hinzu kommt - wegen der demografischen Entwicklung und der Ausbaupläne des Landes - ein Zusatzbedarf von 1.480 bis 1.625 Personen (380 in Krankenanstalten und 1.100 bis 1.245 in der Langzeitpflege). Nicht berücksichtigt wurde bei dieser Erhebung ein etwaiger Mehrbedarf bei der 24-Stunden-Pflege.

Bei den Medizinisch-Technischen Diensten, wie etwa Physiotherapie oder Ergotherapie, kommen die Macher der Studie zu einem Ersatzbedarf von rund 550 Mitarbeitern und einem Zusatzbedarf von rund 300 Personen. Wie Prettner sagte, werden derzeit pro Jahr etwa 354 Personen im Pflegebereich ausgebildet, benötigt werden allerdings knapp 400 pro Jahr. In die 354 noch nicht mit einberechnet seien allerdings Personen, die derzeit eine Umschulung auf einen Pflegejob absolvieren - vor allem aufgrund der Corona-Krise hatte man diese Möglichkeit verstärkt angeboten. "Für das heurige, das nächste Jahr erreichen wir diese Zahlen ganz sicher", meinte Prettner auf die Frage, wie realistisch ein Erreichen der 400 Personen pro Jahr sei.

Vor einem Pflege-Notstand warnte in Reaktion auf die Studie Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer. Er erneuerte seine Forderung nach der Einführung einer Pflegelehre, ein großes Problem sei auch die "viel zu geringe Entlohnung der Pflegekräfte". Und der Kärntner FPÖ-Sozialsprecher Harald Trettenbrein forderte, sowohl das Schulgeld für angehende Fachsozialbetreuer und Pflegeassistenten abzuschaffen als auch eine Bezahlung für die Pflichtpraktika von Pflegekräften einzuführen. (apa)