Eine Gewitterfront hat am Samstagabend im Bundesland Salzburg zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. Besonders betroffen von dem starken Regen und von Sturmböen waren vorerst der Pinzgau und der Pongau. Die Einsatzkräfte beseitigten Muren, entfernten umgestürzte Bäume, pumpten Keller aus und machten überflutete Straßen frei. Die B164 musste zwischen Mühlbach und Bischofshofen (Pongau) wegen Muren gesperrt werden.

Feuerwehrleute befreiten die Fahrzeuge, die sich noch zwischen den Murenabgängen auf der B164 befanden, informierte der Landesfeuerwehrverband Salzburg. Von der Gewitterfront betroffen waren im Pinzgau die Gemeinden Zell am See, Dienten, Saalfelden sowie Maria Alm und im Pongau Schwarzach, St. Veit, St. Johann, Bischofshofen und Mühlbach. Im Tennengau war die Feuerwehr in Hallein und Adnet im Einsatz sowie im Flachgau in St. Gilgen und Wals.

In Bischofshofen beim Autobahnzubringer zur A10 musste die Straße aufgrund mehrerer Bäume, die auf die Fahrbahn zu stürzen drohten, für längere Zeit gesperrt werden. In Maria Alm im Pinzgau stürzte ein Fahrzeug ab. Der 61-jährige Fahrer wurde aus seinem Wagen geschleudert und erlitt tödliche Verletzungen.

In Saalfelden wurde ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz von einem Baum schwer verletzt. Der 28-Jährige schnitt mit der Kettensäge einen bereits gesicherten Baum um, als sich unerwartet ein zweiter Baum löste, den Mann beim Herabstürzen an der Wirbelsäule traf und zwischen den beiden Bäumen einklemmte. Die Kameraden verständigten die Rettung. Der Mann wurde mit schweren Verletzungen am Brustkorb sowie an der Wirbelsäule vom Rotem Kreuz unter notärztlicher Begleitung ins Krankenhaus Zell am See gebracht.

Insgesamt waren 14 Feuerwehren bei 39 Einsätzen mit 216 Mann in der Nacht auf Sonntag in Salzburg unterwegs.

Schwere Gewitter im Tiroler Unterland

Eine Gewitterfront hat am Samstagabend mehrere Gemeinden in Tirol getroffen und Schäden verursacht. In Uderns im Zillertal (Bezirk Schwaz) waren zwei Häuser von einem Murenabgang betroffen, mehrere Personen mussten evakuiert werden. In Absam (Bezirk Innsbruck-Land) schlug ein Blitz in Wohnhaus ein, die Feuerwehr konnte durch schnelles Eingreifen einen größeren Dachstuhlbrand verhindern.

In Uderns, wo zwei Häuser laut Polizei mit Erdschlamm geflutet wurden, trat an anderer Stelle auch ein kleiner unbenannter Bach über die Ufer und vermurte unter anderem einen Stall. Durch das eindringende Wasser, Geröll und Schlamm verendeten mehrere Ziegen, Hühner und Schweine. Umgestürzte Bäume sowie Überflutungen machten in mehreren Gemeinden, vor allem im Tiroler Unterland, Straßen vorübergehend unpassierbar.

Hochzeitsgesellschaft im Bezirk Amstetten evakuiert

Gewitter und Starkregen haben in der Nacht auf Sonntag im Bezirk Amstetten zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen geführt. In Haidershofen wurde nach Angaben des Bezirkskommandos eine Hochzeitsgesellschaft evakuiert. Die mehr als 100 Personen verließen das Gebäude, in dem gefeiert worden war, selbstständig und wurden anschließend von den Helfern versorgt.

Die Lage wurde als durchaus angespannt beschrieben. Das Objekt stand laut Feuerwehr unter Wasser, an den Außenwänden hatte sich Schlamm bis auf Höhe der Fenster angesammelt.

Neben Haidershofen waren auch die Gemeinden Behamberg, Ernsthofen und Haag vom Unwetter betroffen. Probleme bereiteten Hangrutschungen, übergelaufene Rückhaltebecken sowie unter Wasser stehende Keller und Straßen. Die Aufräum- und Reinigungsarbeiten dauerten mehrere Stunden an.(apa)