Im Landesgericht Wels haben sich am Mittwoch acht Mitglieder einer mutmaßlichen Wilderer- und Tierquälerbande - sieben Männer und eine Frau - verantworten müssen. Sie sollen von 2017 bis 2020 Dutzende Wildtiere getötet haben. Die Frau wurde zu 360 Euro, ein weiterer Angeklagter zu sechs Monaten bedingt verurteilt, beide rechtskräftig.Den restlichen Angeklagten drohen je bis zu drei Jahre Haft. Ob auch gegen sie am Mittwoch noch ein Urteil gesprochen wird, war unklar.

Die Beschuldigten sollen in unterschiedlicher Zusammensetzung in den Bezirken Gmunden, Linz-Land, Grieskirchen, Salzburg-Umgebung und Zwettl in Niederösterreich ihr Unwesen getrieben haben. Um Schonzeiten oder Schutzbestimmungen kümmerten sie sich laut Ermittlern nicht.

Verstöße gegen Jagdrecht und Tierquälerei

Teilweise waren sie mit Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras unterwegs. Häufig wurde aus fahrenden Autos heraus geschossen. Bei Hausdurchsuchungen waren Unmengen von Fleisch und Trophäen, aber auch ein großes Waffenarsenal samt Schalldämpfern sichergestellt worden.

Die Staatsanwaltschaft wertet 37 Fälle als Verstoß gegen Jagdrecht, weitere 35 sollen als Tierquälerei gelten. Zudem werden fünf Angeklagten Vergehen gegen das Waffenrecht zur Last gelegt, zweien Urkundenunterdrückung - sie sollen Jagdkarten gefälscht haben - und einigen Hehlerei sowie einem pornografische Darstellung Minderjähriger. (apa)