Die Betreuung eines Pflegekindes bringt nicht nur persönliche Herausforderungen mit sich. Auch organisatorisch und finanziell stehen Pflegeeltern vor besonderen Hürden. Aufgrund der von Traumata geprägten Vorgeschichten ist der Förderbedarf betroffener Kinder höher: Termine bei Psychologen, Logopäden und Ergotherapeuten oder im Nachhilfeinstitut stehen an der Tagesordnung. Dazu kommen vermehrt Behördengänge, Supervisionen, Besuchskontakte und Fortbildungen.

Bundesweit haben Pflegeeltern daher Anspruch auf Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld sowie auf Pflegefreistellung, wenn das Kind krank ist. Zudem gibt es in manchen Bundesländern die Möglichkeit auf Pflegeelterngeld, das etwaige Mehrkosten, die etwa durch Behinderungen entstehen, abfedern soll.

Große Unterschiede in den Bundesländern

Auch die Möglichkeit auf Anstellung gibt es, um eine Sozial- und Pensionsversicherung sicherzustellen. Die Modelle unterscheiden sich jedoch stark in den verschiedenen Bundesländern. So gibt es in Wien etwa ein Modell, das ein monatliches Entgelt von 476 Euro vorsieht. Nebentätigkeiten dürfen das Ausmaß von 30 Wochenstunden dabei nicht übersteigen. "Man bekommt zwar finanzielle Unterstützung, aber in der Realität ist es viel zeitintensiver. Das muss einem bewusst sein", sagt Pflegemama Sabine dazu (Name von der Redaktion geändert).

Im Burgenland ist daher ein neues Modell geplant: Hier sollen Pflegeeltern künftig Vollzeit angestellt werden, wenn sie das möchten. Personen, die vier Kinder und Jugendliche aufnehmen, erhalten künftig einen Mindestlohn von 1.700 Euro netto sowie weitere 550 Euro pro Monat und Kind, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Das Modell klinge zukunftsweisend, die Bedingung, mindestens vier Kinder gleichzeitig aufnehmen zu müssen, um davon profitieren zu können, hält Sabine aber für problematisch: "Ich persönlich könnte mir das nie vorstellen", meint sie.