Starker Schneefall hat in der Nacht auf Donnerstag sowie in der Früh für massive Verkehrsbehinderungen in Kärnten gesorgt. Wie die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) auf APA-Anfrage mitteilte, wurden in der Früh rund 40 Einsätze wegen des Wetters verzeichnet. Diese verteilten sich aufs ganze Land, einerseits mussten hängen gebliebene oder von der Fahrbahn abgekommene Fahrzeuge geborgen werden, andererseits versperrten oft wegen der Schneelast umgestürzte Bäume die Straßen.

Bereits am Mittwochabend war es wegen des Schneefalls zu einem Unfall auf der Liemberger Landesstraße bei Feldkirchen gekommen. Ein 18-jähriger Mann war in einer abschüssigen Rechtskurve mit seinem Auto auf der schneeglatten Fahrbahn ins Schleudern geraten. Das Auto kam auf die Gegenfahrbahn, wo der Mann mit einem von einer 42-jährigen Frau gelenkten Pkw kollidierte. Der Mann wurde verletzt ins Klinikum Klagenfurt gebracht, die Frau sowie ihre 20-jährige Tochter wurden leicht verletzt.

Streckenweise Lkw-Fahrverbot

In der Nacht hatte es in ganz Kärnten geschneit, noch in der Früh galt auf so gut wie allen höher gelegenen Straßen Kettenpflicht. Doch auch in den Tälern galt es, vorsichtig zu fahren: Auf der Seeberg Straße (B82) im Bezirk St. Veit an der Glan galt abschnittsweise überhaupt ein Fahrverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen. Schneekettenpflicht für Lkw galt Donnerstagfrüh abschnittsweise auch auf der Drautal Straße (B100).

Auf der Tauernautobahn (A10) war der Oswaldibergtunnel wegen eines Lkw-Unfalls nach dem Tunnel in Fahrtrichtung Salzburg gesperrt, auch auf der Südautobahn (A2) hatte es in der Nacht Straßensperren wegen hängen gebliebener Lkw bei Wolfsberg gegeben. Und auf der A2 an der Staatsgrenze war für Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht die Einreise nach Italien wegen der starken Schneefälle überhaupt gesperrt, die Lkw wurden in Arnoldstein angehalten und auf dem zweiten Fahrstreifen abgestellt.

Lawinengefahr in Niederösterreich

In Niederösterreich herrscht in höheren Lagen erhebliche Lawinengefahr. Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala galt am Donnerstag laut dem Warndienst in den Ybbstaler Alpen, im Gippel-Göllergebiet und in der Rax-Schneebergregion oberhalb von 1.500 Metern. "Allen voran gilt es den Triebschnee zu beachten, der durch mehrmalige Windwechsel und Neuschnee in den erweiterten Ost-und Nordexpositionen entstanden ist bzw. weiter entsteht", wurde im Lawinenbericht erläutert.

Eine Schneebrettauslösung könne bereits durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers erfolgen, wurde gewarnt. Im Semmering-Wechselgebiet wurde das Risiko oberhalb der Waldgrenze als "mäßig" (Stufe 2) eingeschätzt, in den übrigen Regionen und in niedrigeren Lagen als "gering" (Stufe 1).

Steiermark verschneit

Nach teils ergiebigen Schneefällen sind nun wohl auch die letzten Flecken der Steiermark mit weißer Pracht bedeckt. In der Nacht auf Donnerstag hat es speziell in der südlichen Steiermark und auch in der Landeshauptstadt Graz geschneit. Der Norden war bereits davor in Weiß getaucht. Während sich die einen am Schnee erfreuten, war er für viele Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung: Die Feuerwehren mussten zu mehreren Einsätzen ausrücken.

Die Feuerwehr in St. Stefan im Rosental im Bezirk Südoststeiermark sprach beispielsweise von einem "Schneechaos auf der L203". Fahrzeuge konnten die Steilhänge der Ottersbacherstraße nicht mehr bezwingen. Dadurch blieben gleich mehrere Autos hängen, hieß es in der Aussendung der Einsatzkräfte.

Besonders im Raum Mariazell und in der nördlichen Oststeiermark wurden auf zahlreichen Straßenzügen eine Kettenpflicht für Fahrzeuge verhängt: Auf der Südautobahn (A2) mussten Donnerstagfrüh Schwerfahrzeuge über 3,5 Tonnen sowohl zwischen Mooskirchen und Modriach als auch zwischen Pinggau-Friedberg und Aspang Schneeketten aufziehen. Gleiches galt für den Seebergsattel, das Alpl, auf der B23 zwischen Mürzsteg und Terz, über den Zellerain und auf rund ein Dutzend weiterer Straßenzüge. Schwere Unfälle blieben vorerst aus.

Feuerwehreinsätze in Vorarlberg

Intensive Schneefälle über Nacht haben Donnerstagfrüh in Vorarlberg Verkehrsbehinderungen und Feuerwehreinsätze verursacht. Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Feldkirch (RFL) verzeichnete bis 7.00 Uhr 23 Einsätze, Hotspot war dabei der Großraum Feldkirch mit 14 Einsätzen. In einigen Gemeinden des Bezirks Feldkirch fiel laut ORF Radio Vorarlberg in den Nachtstunden der Strom aus, in der Früh waren aber wieder alle Haushalte mit Elektrizität versorgt.

Vom Stromausfall betroffen waren etwa die höher gelegenen Gemeinden Fraxern und Viktorsberg sowie der zu Zwischenwasser gehörige Ort Dafins. Bei Neuschneemengen von 20 bis 30 Zentimeter, lokal auch mehr, bezogen sich die Feuerwehreinsätze großteils auf abgeknickte Bäume, die Straßen verlegten, und auf von der Fahrbahn gerutschte Autos.

Der ÖAMTC meldete Rückstau auf der Rheintalautobahn (A14) bei Hörbranz (Bezirk Bregenz) aufgrund eines Unfalls mit vier Lkw bei Lindau (Bayern) in Richtung München. Auf zahlreichen höher gelegenen Straßen Vorarlbergs galt Schneekettenpflicht für Lkw. So herrschte etwa auf der Arlbergstraße (L197) auf der Verbindung zwischen Langen und St. Anton Schneeglätte, ebenso auf der Faschinastraße (L 193), der Schwarzachtobelstraße (L 7) und der Verbindung zwischen Dornbirn und Bersbuch (L 48) und auf der L 11 nach Möggers (Bezirk Bregenz). Zwischen Bregenz und Langen (L 12) und auf der Strecke Dornbirn-Kehlegg sowie Dornbirn-Ebnit galt die Schneeketten-Pflicht für alle. Die L28 zwischen Schnepfau und Bizau (Bregenzerwald) war wegen Lawinengefahr gesperrt.

Die Vorarlberger Landeswarnzentrale schätzte die Lawinengefahr aufgrund der großen Neuschneemengen verbreitet als "erheblich" ein, das bedeutet Stufe drei auf der fünfteiligen Skala. Gerade in Steillagen seien spontane Locker- und Schneebrettlawinen möglich, diese könnten bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Im Rätikon und in der Silvretta wurde die Gefahrenlage oberhalb von 2.000 Metern sogar als "groß" (Stufe 4) beurteilt, hier können schon einzelne Wintersportler eine Lawine auslösen. (apa)