Bei den Protesten gegen die Coronamaßnahmen am Samstag in Wien sind laut Polizei vier Personen festgenommen worden. Zudem wurden mehrere Teilnehmer angezeigt. "Vor allem das unterschiedliche Teilnehmerfeld - Familien mit Kindern, aber auch Fußballhooligans und Identitäre, die nebeneinander marschieren – fordern Höchstleistungen von den Einsatzbeamten", so Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).

Die Polizei sprach am Sonntag von rund 40.000 Personen, die an der Demonstration teilgenommen haben. Die Veranstalter gingen von einer weit größeren Zahl aus. Der Protest verlief zum größten Teil friedlich, bei der Staatsoper kam es aber zu Zwischenfällen. "Kurz nachdem sich der Demonstrationszug in Bewegung setzte, wurde dieser von Seiten der Polizei angehalten, da bei einem größeren, teilweise vermummten Personenkreis, gefährliche und pyrotechnische Gegenstände wahrgenommen werden konnten", hieß es seitens der Polizei.

Widerstand gegen die Staatsgewalt

Ziel der Anhaltung war es demnach, diese Personen "vom friedlichen Teil der Kundgebung zu trennen, um Personenkontrollen durchzuführen". Im Zuge dieser Kontrollen versuchten Teilnehmer, durch die polizeilichen Sperrketten durchzubrechen. Hier kam es infolge zu Festnahmen wegen des Verdachts des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, zudem machten die Beamte auch von Pfefferspray Gebrauch.

Der friedliche Teil des Demonstrationszuges konnte den Marsch entgegen der Fahrtrichtung fortsetzen. Am Heldenplatz wurde schließlich die Abschlusskundgebung abgehalten.

Die Polizistinnen und Polizisten, die in Wien im Einsatz standen, "haben einmal mehr ihre Professionalität unter Beweis gestellt", sagte Karner. Das konsequente Einschreiten gegen Gewalttäter habe gezeigt, "welch große Herausforderungen im Rahmen derartiger Demonstrationen durch die Polizei bewältigt werden müssen".

Heute Demos in Innsbruck

Heute sind in Innsbruck neuerliche Corona-Demonstrationen geplant, bei denen unter anderem Redebeiträge von FPÖ-Chef Herbert Kickl und FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz angekündigt sind. Karner appellierte an die Freiheitlichen, "den politischen Diskurs im Parlament zu führen und nicht auf die Straße zu verlegen". Dies erleichtere die Arbeit der Polizei und fördere den Zusammenhalt im Land. (apa)