Der bisherige Höchstwert von 17.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus, der am Mittwoch in Österreich verzeichnet wurde, dürfte in den kommenden Tagen pulverisiert werden. Davon ist das Covid-Prognosekonsortium überzeugt. Die Experten gehen in ihrer aktuellen Einschätzung davon aus, dass demnächst bis zu 32.000 neue Fälle pro Tag erreicht werden könnten.

Wahrscheinlich werden spätestens zu Beginn der kommenden Wochen die täglichen Fallzahlen über der Grenze von 20.000 zu liegen kommen. Am 19. Jänner werden sie mit ziemlicher Sicherheit darüber liegen. Als Mittelwert werden vom Prognosekonsortium für kommenden Mittwoch 24.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden angenommen, als Obergrenze scheinen in der Prognose 32.000 neue Fälle auf. Das würde beinahe einer Verdoppelung der Fallzahlen innerhalb einer Woche entsprechen. Mit seiner bisher letzten Berechnung hatte das Konsortium in der Vorwoche fast punktgenau das errechnete oberste Limit - eben die nunmehr erreichten 17.000 - getroffen.

Denn von Dienstag auf Mittwoch ist nach den umfangreichen Testungen nach den Weihnachtsfeiertagen die Zahl der Neuinfektionen auf ein Allzeit-Rekordhoch von 17.006 Fälle geklettert, berichteten Innen- und Gesundheitsministerium. Der bisherige Höchstwert an Neuansteckungen war laut Ministerien am 19. November 2021 mit 15.809 Fällen dokumentiert worden.

Sinkende Zahl in den Spitälern

Zuletzt war die Zahl der Covid-Patienten in den Spitälern stabil. Derzeit liegen 909 Patientinnen und Patienten wegen einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus, das sind um 19 weniger als am Vortag. Da mussten 242 Menschen intensivmedizinisch betreut werden. Diese Zahl sank seit gestern um 14 und ist innerhalb einer Woche um 67 Patienten zurückgegangen. Allerdings waren auch wieder zehn Tote zu beklagen, die an oder mit Covid-19 verstorben sind. Seit Pandemiebeginn starben 13.882 Menschen mit einer Infektion.

Da Omikron bisher zu weniger Hospitalisierungen führt, "fallen die Prognosen des Spitalsbelags aufgrund der reduzierten Virulenz vergleichsweise niedriger aus, als dies bei vorangegangenen Wellen und vergleichbaren Fallzahlen der Fall war", hält das Prognosekonsortium fest. Zurückgeführt wird das von den Experten auf einen Rückgang der Virulenz der Omikron-Variante gegenüber der Delta-Variante um 80 Prozent sowie den Umstand, dass sich vor allem auch doppelt geimpfte sowie jüngere Personen infizieren.

Das bedeutet für die Spitäler, dass bis kommenden Mittwoch auf den Covid-Stationen zunächst mit keinem weiteren Anstieg zu rechnen ist. Auf den Normalstationen ist laut Konsortium am 19. Jänner von 650 bis zu 900 Patienten mit Covid-19 auszugehen, auf den Intensivstationen von 200 bis 250. Derzeit werden 242 Covid-Patientinnen und Patienten intensivmedizinisch betreut und 667 auf Normalstationen.

Größter Anstieg in Wien

Der derzeitige 24-Stunden-Wert von 17.006 Neuansteckungen liegt weiterhin deutlich über dem Schnitt der vergangenen sieben Tage mit 10.666. Den deutlichsten Anstieg gab es erneut in Wien mit 5.573 Fällen, was wieder für einen Rekord sorgte. Am Dienstag wurden in der Bundeshaupt noch 3.474 Neuansteckungen gemeldet. Binnen eines Tages sprangen die Infektionszahlen somit um 60 Prozent nach oben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte deshalb österreichweit auf 835,8 Fälle pro 100.000 Einwohner. Ein deutlicher Anstieg, nachdem am Dienstag noch eine Inzidenz von 754,7 gemeldet wurde. Deutlich über diesen Schnitt liegen die Bundesländer Salzburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.644, Tirol mit 1.316,9, Wien mit 1.141,1 und Vorarlberg mit 758,7. Danach folgen Oberösterreich (659,4), Niederösterreich (639,7), Kärnten (515), die Steiermark (476,4) und das Burgenland (327,7).

Wie viele Tests in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt wurden, war noch nicht bekannt. Allerdings laborieren gerade 96.548 Menschen in Österreich an einer Infektion. Das sind um 11.922 Fälle mehr als am Tag zuvor. (apa)

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde um 14:10 aktualisiert.