Die Katholikenzahl in Österreich ist im vergangenen Jahr erneut leicht zurückgegangen. Laut der jüngsten Statistik der Diözesen (www.katholisch.at/statistik) gab es zu Jahresbeginn 2022 in Österreich 4,83 Millionen Katholiken. Das bedeutet einen Rückgang von rund 1,6 Prozent gegenüber 2020. Verantwortlich dafür sind neben den Kirchenaustritten auch starke Rückgänge bei den Sakramenten (Taufe, Erstkommunion, Firmung, Eheschließung). Damit zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie auf das kirchliche Leben deutlich. Auch die Zahl der Priester und Ordensleute ist leicht gesunken, dafür jene der ständigen Diakone wieder leicht gestiegen. Auch verzeichnen die Diözesen mehr hauptamtliche Laienseelsorgerinnen und -seelsorger.

Eine leichte Steigerung gab es in der Kirchenstatistik für 2020 auch beim Kirchenbeitrag, der wichtigsten Finanzierungsquelle der Diözesen. Höhere Einnahmen in diesem Bereich sorgten für insgesamt fast ausgeglichene Bilanzen trotz Corona. Von 484 Millionen Euro an eingenommenen Kirchenbeiträgen im Jahr 2020 (gegenüber 481 Millionen 2019) wurden mehr als 421 Millionen Euro für die Pfarren und die pastoralen Aufgaben aufgewendet, was einem Anteil von rund 65 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht. Der Großteil der Ausgaben entfiel dabei mit mehr als 404 Millionen Euro auf die Personalkosten (63 Prozent) für die 8.150 Beschäftigten (Priester und Laien) im diözesanen Dienst. Dabei ist der Personalaufwand für die Laienmitarbeiter höher als für den Klerus.  (kap)