Vor etwas mehr als drei Jahren, am 15. März 2019, fand der erste weltweite Klimastreik statt. Nach zwei Jahren Pandemie, in denen wenige Streiks und diese mitunter nur online stattfanden, gibt es nun auch noch seit einem Monat einen Krieg in Europa. Daher gehen die Aktivisten der Fridays for Future(FFF-)-Bewegung am kommenden Freitag erstmals nicht nur für das Klima, sondern auch gegen den Krieg in der Ukraine auf die Straße.

Aktivisten der ukrainischen FFF-Bewegung begleiten am Freitag in Wien den Klimastreik, der auch unter dem Motto "Dont't fuel war" (etwa: "Kein Treibstoff für den Krieg") steht. Das gaben die Organisatoren der österreichischen Streiks am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekannt. Außer in Wien wird in Österreich noch in acht weiteren Städten demonstriert - in St. Pölten, Kufstein, Bregenz, Villach, Linz, Graz, Salzburg und Innsbruck.

Wie Daniel Shams von den österreichischen FFF-Aktivisten bei einer Pressekonferenz sagte, sind die Klimakrise und der Krieg verbunden, sei "der Angriffskrieg von Putin nicht ohne die europäische und österreichische Klima- und Energiepolitik zu verstehen". Außerdem seien die Auswirkungen der Klimakrise schon so enorm, dass sie immer mehr zu einer Frage des Überlebens würden. Er wiederholte die Forderungen der Fridays for Future-Bewegung nach einem Ausstieg aus den fossilen Energien und die Einführung eines wirksamen Klimaschutzgesetzes.

Unterstützung von AK und Liga für Menschenrechte

Als dritter Punkt steht beim Klimastreik unter dem Motto "#PeopleNotProfit" die soziale Gerechtigkeit auf der Agenda und dafür stand stellvertretend Sylvia Leodolter von der Arbeiterkammer Wien am heutigen Dienstag am Rednerpult. Erneut sei man an der Seite von Fridays For Future, sagte die Abteilungsleiterin Umwelt und Verkehr, denn "die drastisch gestiegenen Energiepreise und die Klimakrise zeigen, dass ein rascher Ausstieg aus der fossilen Energie nötig ist" - daher sei Klimaneutralität und ein Klimaschutzgesetz jetzt noch wichtiger denn je. Und was die angesprochene soziale Gerechtigkeit betrifft, da lasse das am Sonntag von der Bundesregierung vorgestellte Entlastungspaket diese und damit den "Fokus auf die ärmere Bevölkerung" vermissen.


Auch Sebastian Öhner, Vorstandsmitglied der Österreichischen Liga für Menschenrechte, betonte den Konnex einer "Klimakrise mit der Krise in der Ukraine", denn er sei als junger Mensch "unglaublich frustriert über diese Situation". Es werde "aktuell an den Grundpfeilern unseres Zusammenlebens gerüttelt", ohne dass dem Geschehen etwas entgegen gesetzt werden könne. Ähnlich sei der Fall auch in der Klimakrise gelagert, denn auch hier hätten die Betroffenen, die junge Generation, gar keine Möglichkeit etwas dagegen zu tun. Im Sinne der Generationengerechtigkeit wäre es die Pflicht der Herrschenden den Jungen zuzuhören, so der Kinder- und Jugendanwalt der Liga. (apa/red/bes)