Die Corona-Neuinfektionen dürften in den kommenden Tagen leicht sinken, bei der Spitalsbelegung ist aber noch kein genereller Rückgang zu erwarten. Das zeigt die am Mittwoch veröffentlichte Prognose des Experten-Konsortiums für das Gesundheitsministerium. Am kommenden Mittwoch wird ein immer noch hoher Mittelwert der Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner von 2.700 Fällen angegeben, aktuell sind es rund 3.400. Innerhalb der Schwankungsbreite ist auch ein Anstieg möglich.

Für den letzten Tag der Fallzahlprognose wird ein Bereich von 2.100 bis 3.500 Fällen je 100.000 Einwohner (68-prozentiges Konfidenzintervall) erwartet. Die geringste Inzidenz wird in Tirol mit 1.500 bis 2.500 und die höchste im Burgenland mit 2.700 bis 4.400 Fällen je 100.000 Einwohner angenommen.


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Die Prognosen auf sozialministerium.at

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Die Experten der Technischen Universität Wien, MedUni Wien und der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) sehen in ihrem wöchentlichen Update nun "mehrheitlich dämpfende Faktoren". Die hohen Infektionszahlen der vergangenen Wochen hätten zu einer zunehmenden Immunisierung der Bevölkerung geführt, "wodurch sich die Anzahl der Personen, die sich momentan anstecken können, deutlich reduziert hat", heißt es in dem aktuellen Dokument.

Auch saisonale Effekte bemerkbar

Zusätzlich zu diesen Sättigungseffekten sei zuletzt eine stärkere Abflachung der gemeldeten Neuinfektionen als erwartet beobachtet worden. Für diese Entwicklung könnten saisonale Effekte wie warmes Wetter und eine Verlagerung von Aktivitäten nach draußen infrage kommen.

"Das Niveau des Infektionsgeschehens bleibt aber weiterhin hoch", insbesondere in den älteren Bevölkerungsgruppen, warnten die Modellrechner. Treibender Faktor sei die zunehmende Dominanz des BA.2-Omikron-Subtyps. Es werde im Prognosezeitraum voraussichtlich zu einem Rückgang von dem sehr hohen Niveau der vergangenen Tage auf das ebenfalls hohe Niveau von Februar und Anfang März kommen. Das seien noch immer ca. 30.000 Neuinfektionen pro Tag, hieß es seitens der GÖG gegenüber der APA.

Aufgrund der Altersstruktur und der hohen Inzidenz der vergangenen Wochen geht die Prognose in einigen Bundesländern zunächst noch von weiteren Anstiegen bei der Spitalsauslastung aus. Die als besonders kritisch festgelegte Marke von 33 Prozent Auslastung der Intensivstationen wird österreichweit Ende der Prognoseperiode in zwei Wochen nur mit 0,5-prozentiger Wahrscheinlichkeit überschritten, unter der Annahme, dass das Aufnahme- und Entlassungsregime in den Spitälern unverändert bleibt.

Entlastung in Spitälern erst später

Die Kapazitätsgrenzen sind "vor dem Hintergrund zunehmender Personalausfälle aufgrund von Erkrankung und oder Isolation zu interpretieren", verwiesen die Experten auf aktuelle Engpässe in den Spitälern nicht nur durch eine hohe Bettenbelegung mit Covid-Patienten. Die Auslastung auf den Normalstationen werde durch Nachzieheffekte der vergangenen Wochen noch einige Tage weiter ansteigen, bis eine Entlastung spürbar wird, erläuterte die GÖG. Die Intensivstationen bleiben im Prognosezeitraum einigermaßen stabil.

Effekte von noch für diesen Mittwoch angekündigten neuen Maßnahmen sind in den Prognosen nicht berücksichtigt, wurde betont. Diese seien für den aktuellen Prognosezeitraum auch noch "nicht maßgeblich". (apa)