Beim Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz  Allentsteig im Bezirk Zwettl hat am Sonntagabend das Bundesheer die Einsatzleitung übernommen. Lokale Soldaten und Kräfte des ABC-Abwehrzentrums stellen die Brandwache sicher, teilte Truppenübungsplatz-Sprecher Dietmar Butschell mit. Die Lage sei "stabil und im Griff". Nach wie vor müssten Glutnester gelöscht werden, sagte Butschell. "Brand aus" gebe es noch nicht. Sollte es notwendig sein, könnten Feuerwehren nachalarmiert werden.

Bis zu 24 Freiwillige Feuerwehr-Mannschaften mit 42 Fahrzeugen und 249 Mitgliedern waren am Wochenende im Einsatz. Brandursache war ein Artillerieschießen des Heeres am Samstag. Das rief die niederösterreichischen Grünen auf den Plan.

Landtagsabgeordnete Silvia Moser und Abgeordneter Martin Litschauer, beide Grüne und aus dem Waldviertel, zeigten sich in einer Aussendung entsetzt. "Es herrscht akute Waldbrandgefahr in Niederösterreich. Und trotzdem schoss man am Truppenübungsplatz in Allentsteig." Der Appell der Mandatare: "Das Bundesheer und der Truppenübungsplatz müssen sich an die geltende Waldbrandverordnung halten und dürfen damit keinerlei Schießübungen durchführen."

Waldbrände auch im Ötztal und Oberkärnten

Zwei am Sonntagnachmittag ausgebrochenen Waldbrände oberhalb von Längenfeld im Tiroler Ötztal haben die Einsatzkräfte auch Montagvormittag noch beschäftigt. Man rechne jedoch damit, dass gegen Mittag "Brand aus" gegeben werden könne, sagte die Feuerwehr Längenfeld der Apa. Einer der Brände sei fast vollständig unter Kontrolle, der zweite werde noch unter anderem durch den Einsatz von Hubschraubern bekämpft, hieß es. Es gebe noch da und dort Glutnester.

Am Montag wurden noch rund 50 Feuerwehrleute aufgeboten, nachdem am Sonntag 120 im Einsatz waren. Indes wurden Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, auch Brandstiftung wurde nicht ausgeschlossen. "Es wird in alle Richtungen ermittelt", so eine Sprecher der Polizei zur Apa. Die Brände waren laut Medienberichten aus unbekannter Ursache im Bereich eines Weges ausgebrochen und erstreckten sich jeweils über eine Fläche von drei bis vier Fußballfeldern. Die Ötztalstraße musste bei Längenfeld gesperrt werden, da sich im Bereich der Flugschneise der Löschhubschrauber befand. Der Verkehr wurde lokal umgeleitet.

Auch die Oberkärntner Feuerwehren haben am Sonntagabend mehrere Stunden lang gegen einen Waldbrand am Burgstallberg in der Gemeinde Mühldorf (Bezirk Spittal an der Drau) gekämpft. Die Löscharbeiten, die am Abend noch andauerten, würden auch von zwei Polizeihubschraubern unterstützt, teilte die Landespolizeidirektion Kärnten in einer Aussendung mit. (apa)