Nach dem Zugsunglück auf der Pottendorfer Linie in Münchendorf (Bezirk Mödling) am Montagabend mit einem Todesopfer, drei Schwer- und neun Leichtverletzten haben am Dienstag die Ermittlungen zur Klärung der Ursache angedauert. Ein "Ventus"-Zug der Raaberbahn (REX 7657) war entgleist. Einer der sechs Wagen der Doppelgarnitur stürzte in ein Feld. Ein zweiter blieb ebenfalls seitlich auf der Böschung neben den Gleisen liegen.

25-Jähriger getötet

Bei dem Unglück kam ein 25-Jähriger aus Eisenstadt ums Leben, berichtete die Landespolizeidirektion Niederösterreich. Er war dem Bezirksfeuerwehrkommando Mödling zufolge unter dem Zug eingeklemmt worden. Der eingeschlossene Triebwagenführer, nach Polizeiangaben ein 52-jähriger ungarischer Staatsbürger, musste von den Einsatzkräften mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Ebenfalls schwer verletzt wurden eine 35-Jährige aus Wien-Floridsdorf und ein 78-Jähriger aus Wien-Landstraße.

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Zumindest zehn weitere Fahrgäste erlitten der Polizei zufolge leichte Verletzungen. Die Blessuren der österreichischen und ungarischen Staatsbürger wurden in Landeskliniken ambulant behandelt.

Die FF Münchendorf, Achau und Guntramsdorf wurden um 18.27 Uhr alarmiert. Das Bezirksfeuerwehrkommando Mödling berichtete, dass die Oberleitung abgerissen wurde und quer über der Unfallstelle lag.

Fahrtenschreiber sichergestellt

Das Unglück hatte sich auf einem geraden Streckenabschnitt ereignet. An Bord des Zuges, der auf dem Weg von Deutschkreutz nach Wien-Hauptbahnhof war, hatten sich laut Stefan Loidl von der Landespolizeidirektion Niederösterreich der Triebwagenführer und 56 Passagiere befunden. Demnach blieben 44 Menschen bei dem Unfall unversehrt. Sie wurden im nahen Katastrophenhilfezentrum Münchendorf des Roten Kreuzes Niederösterreich betreut und versorgt.

Der Fahrtenschreiber des Zuges wurde laut Polizeisprecher Stefan Loidl auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt sichergestellt. Die Obduktion des 25-Jährigen ist ebenfalls verfügt worden. Zudem wurde ein Sachverständiger zur Klärung der Unfallursache bestellt. Loidl teilte weiters mit, dass am Dienstag ein Maschinenkran der ÖBB im Einsatz war, um die beiden umgestürzten "Ventus"-Wagen zu bergen und die vier anderen wieder in die Gleise zu hieven. Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Leib/Leben und Assistenzbereich Tatort, haben mit Mitarbeitern der ÖBB und des Verkehrsministeriums noch am Montagabend die Ermittlungen zur Klärung der Unfallursache aufgenommen.

Rettungsdienst und Polizei waren mit einem Großaufgebot an Helfern und u.a. vier Notarzthubschraubern in Münchendorf im Einsatz. Je ein Verletzter wurde ins UKH Wien-Meidling und ins Universitätsklinikum St. Pölten geflogen, teilte Philipp Gutlederer von "Notruf NÖ" mit. Weitere Opfer wurden in die Landeskliniken Baden und Wiener Neustadt transportiert.

Wegen des Unfalls waren im Abschnitt Achau - Wampersdorf der Pottendorfer Linie keine Fahrten möglich, teilten die ÖBB mit. Ein Schienenersatzverkehr mit Autobussen wurde eingerichtet. In einer Aussendung am späten Montagabend wurde zudem von "schweren Schäden an der Bahninfrastruktur" berichtet. Der Umfang der Reparaturarbeiten und die damit verbundene Dauer seien "noch nicht abschätzbar" und würden "erst nach einer umfassenden Schadensbegutachtung feststehen".

"Wir sind tief erschüttert. Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gelten den Hinterbliebenen des verunglückten Fahrgastes. Wir wünschen unseren verletzten Reisenden rasche Genesung," reagierte Hana Dellemann, stellvertretende Generaldirektorin der Raaberbahn, am Dienstag auf das Unglück. In einer Aussendung wurde zudem mitgeteilt, dass Züge nach betrieblichen Möglichkeiten über Gramatneusiedl und der Güterverkehr großräumig umgeleitet würden. Für Reisende steht die Servicenummer der Raaberbahn (Tel.: 0501611) zur Verfügung.  (apa)

Ein Blick auf den Unglücksort. 
- © apa / ÖAMTC

Ein Blick auf den Unglücksort.

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