Die Pandemie macht dieses Jahr keine Sommerpause. Am Dienstag meldeten die Ministerien 10.189 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Nun gibt es bereits 91.561 laborbestätigte aktive Fälle. Auch in den Spitälern steigt die Zahl der Patienten weiter, 65 weitere Infizierte mussten seit Montag aufgenommen werden. Insgesamt wurden 842 Infizierte am Dienstag in Spitälern behandelt. Außerdem gab es vier weitere Todesfälle. Mehr als fünf Millionen Menschen sind grundimmunisiert, haben also drei Corona-Schutzimpfungen erhalten.

Während in Wien bereits zum vierten Stich sechs oder auf Wunsch bereits vier Monate nach der dritten Dosis aufgerufen wurde, gibt das nationale Impfgremium weiter keine generelle Empfehlung für die Auffrischung aus. Allerdings soll das empfohlene Alterslimit für eine solche von 80 auf 65 Jahre gesenkt werden, berichtete das "Ö1"-Mittagsjournal.

Empfehlung für Risikopersonen

Für Risikopersonen und Vulnerable wird ein Viertstich empfohlen. Auf persönlichen Wunsch ist die Auffrischungsimpfung derzeit für alle Personen vier Monate nach der Drittimpfung möglich, geraten wird zu einem Abstand von sechs Monaten. Die aktuelle Anwendungsempfehlung des NIG liegt derzeit zur Begutachtung im Gesundheitsministerium, berichtete "Ö1". Aus dem Ressort hieß es wiederum, dass die Beratungen im NIG noch laufen würden. Noch liege die finale Version nicht vor, man erwarte sie aber in den nächsten Tagen, hieß es aus dem Ministerium.

Strengere Corona-Maßnahmen sind vorerst nicht zu erwarten. "Bei Bedarf werden wir rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, die eine Überlastung der Spitäler und des Gesundheitspersonals ausschließen. Derzeit ist keine Änderung der Corona-Schutzmaßnahmen geplant", hieß es in einem Statement des Gesundheitsministeriums. Die Entwicklung werde laufend geprüft, besonders auch die Zahl der Patienten und die Personalsituation in den Spitälern. Dort hat sich die Zahl der Patienten binnen einer Woche um 35 Prozent erhöht.

Pläne für diverse Virusvarianten

Indes gibt es im Gesundheitsministerium Überlegungen, die Quarantäne-und Absonderungsregeln zu ändern, wie Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) gegenüber "Ö1" bestätigte. Zuvor hatte es Medienberichte zu einem möglichen Ersetzen der Quarantänepflicht durch weniger strenge Verkehrsbeschränkungen gegeben. Kurzfristig seien zwar keine Schritte geplant, allerdings erarbeite man derzeit Pläne für die kommenden Monate - und mache sich Gedanken auch zu diesem Thema, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Verschiedene Möglichkeiten würden vorbereitet, die je nach Virusvariante zum Einsatz kommen könnten. Und man schaue sich an, ob man Möglichkeiten habe, mit Absonderungsmaßnahmen und Verkehrsbeschränkungen anders umzugehen. Unterschieden werden müsse aber zwischen Infizierten und Kontaktpersonen. Vorerst werde bei den Quarantäne- und Absonderungsregeln aber alles beim Alten bleiben, so Rauch. (apa/red)