Die Aufräumarbeiten in den von schweren Unwettern betroffenen Kärntner Gemeinden Treffen und Arriach sind mit Unterstützung eines neu eingesetzten Katastrophenzugs der Feuerwehr wieder voll angelaufen. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ), Mitglieder der Landesregierung und des Katastrophenstabs erläuterten die nächsten Schritte bei der Wiederherstellung der Infrastruktur und der Versorgung der Bevölkerung.

Am Donnerstag Mittag war der Ort Arriach nur mit dem Hubschrauber erreichbar. Außerdem wurde an der Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Strom gearbeitet. Den Angehörigen des 82-Jährigen aus Treffen, der vom Pöllinger Bach mitgerissen worden war und nur noch tot geborgen werden konnte, sprach die Politik ihr Mitgefühl aus. Die zweite vermisste Person konnte in den Abendstunden am Mittwoch unverletzt geborgen werden.

"Eine der schlimmsten Katastrophen in Kärnten"

"Es ist eine der schlimmsten Katastrophen, die wir in unserem Bundesland je erlebt haben", zeigte sich Kaiser zutiefst bestürzt über den Todesfall. "Da waren Naturgewalten in einer Intensität sondergleichens tätig, wo es fast an ein Wunder grenzt, dass darüber hinaus nur wenige Menschen zu Schaden gekommen sind."

Über das Ausmaß des Sachschadens konnte man noch keine Angaben machen. Das Bundesheer unterstütze bei den Aufräumarbeiten. Insgesamt waren laut Daniel Fellner, Katastrophenschutzreferent des Landes (SPÖ), 650 Frauen und Männer im Einsatz. "Wir versuchen Meter für Meter zu den noch Eingeschlossenen in Richtung des Orts Innere Einöde vorzudringen", sagte Fellner. Martin Gruber, Straßenbaureferent des Landes (ÖVP), erklärte, dass die Bundesstraße B98 auf einem Teilbereich in Mitleidenschaft gezogen worden sei und man die Verbindung zwischen der Stadtgemeinde Radenthein und Treffen vorerst nur für Einsatzfahrzeuge wiederherstelle.

Die Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Gemeinde Arriach "von der Feldkirchener Seite her zu erreichen", sagte Gruber. Denn die Hauptzufahrt zu diesem Ort, "die Teuchner Landesstraße, ist nicht mehr existent. Da sind 2,5 Kilometer nicht mehr da, da ist nur mehr ein großes Loch."

Oberste Prämisse am Donnerstag war die Wiederherstellung der Grundversorgung und Infrastruktur dafür.

Finanzielle Unterstützung läuft bereits an

Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ), die für die Landesfinanzen zuständig ist, kündigte finanzielle Soforthilfe und längerfristige für den Wiederaufbau an. Aus dem Topf "Hilfe in besonderen Lebenslagen" würden unmittelbar fehlende Güter finanziert. Für jene, deren Häuser unbewohnbar sind, würden bereits Listen mit Ersatzwohnraum angelegt, wo auch Private einmelden könnten. Am Freitag findet eine außerordentliche Regierungssitzung, zu der auch die Opposition geladen ist, statt, in der weitere Hilfen besprochen werden. "Wir werden auch zusätzliche Mittel brauchen", sagt Schaunig aber auch in Richtung Bund.

Um die Infrastruktur langfristig wieder herzustellen, habe man bereits mit dem AMS Kärnten Arbeitsmarktprojekte aufgesetzt: "Um hier auch längerfristig Hilfe vor Ort zu haben. Denn diese Schäden - da brauchen wir uns keine Illusionen machen - werden nicht in wenigen Tagen, in wenigen Wochen zu beseitigen sein."

Auch bei der Kärntner Arbeiterkammer können von den Unwettern betroffene AK-Mitglieder aus Arriach und Treffen nicht rückzahlbare Soforthilfe in der Höhe von 1.500 Euro und zinsfreie Sonderdarlehen in der Höhe von 20.000 Euro beantragen.

Am Freitag haben Kinder im Katastrophengebiet schulfrei, ab Montag wird der Betrieb an sechs Standorten wieder aufgenommen. Für Krisenbewältigung stünden den Kindern Schulpsychologinnen zur Verfügung, kündigte Kaiser an. Denn: "Wir müssen auf die Jüngeren schauen, die jetzt in einem Staccato mit Notsituationen konfrontiert sind."